Diese Fischerhäuschen in der Marina Müritz haben kein Blick auf den Claassee.
Diese Fischerhäuschen in der Marina Müritz haben kein Blick auf den Claassee. Geoportal
Müritz-Tourismus

Wenn Ferienhäuser am See kein Fenster zum See haben

Maritimes Flair ist für viele der Inbegriff von Urlaub. Doch was, wenn der nahe See vom Ferienhaus gar nicht zu sehen ist? Dann kann die Kommunalpolitik etwas nachhelfen.
Rechlin

Das Gebiet „Hafen Claassee“ auf einem ehemals militärisch genutzten Gelände und der ehemaligen Schiffswerft Rechlin soll freizeitorientiert genutzt werden. Das regelt der im Jahr 2000 in Kraft getretene Bebauungsplan, für den die Gemeindevertreter auf ihrer jüngsten Sitzung die achte Änderung angeschoben haben. Bis auf wenige Teilbereiche ist das Plangebiet im Luvweg der Marina Müritz fast vollständig mit sogenannten Fischerhäusern als Dreier-Hausgruppen bebaut.

Nach Aussage von Bürgermeister Wolf-Dieter Ringguth seien die Häuser unverständlicherweise so errichtet worden, dass zur interessantesten Seite in Bezug auf die Himmelsrichtung und der Aussicht auf maritimes Leben lieber Fahrradschuppen statt Fenster entstanden sind, so wie es im bestehenden B-Plan festgelegt ist. Die Schuppen wurden an die jeweils außen liegenden Gebäude angegliedert. Dies sei nach der damaligen Ursprungsfassung des B-Plans auch zulässig.

Die Unzulässigkeit von Nebenanlagen außerhalb der überbaubaren Grundstücksflächen wurde erst später für diesen Bereich festgelegt, jedoch ohne Berücksichtigung der Bestandsbauten. Unrechtmäßig wäre in Einzelfällen beispielsweise eine Integration der Schuppen oder deren Teile in die Hauptnutzung , wodurch die Wohnfläche erweitert würde.

Bürgermeister: Kreis mit Korrekturen einverstanden

„Städtebaulich kann die Auffassung vertreten werden, dass eine Orientierung der Gebäude zu den Außenseiten, insbesondere auch in Richtung Wasser nicht ausgeschlossen werden sollte.“ Die Integration der Hauptnutzungen für Wohnraum oder gegebenenfalls Saunen in eben diese Nebenbauten könne als städtebaulich verträglich erachtet werden, heißt es im Aufstellungsbeschluss.

Zudem soll es möglich werden, die Häuser auf der Seite mit Fenstern oder auch Terrassen zu versehen, an denen sich bisher die Schuppen und Nebengebäude befanden. Ziel der B-Plan-Änderung sei es nicht, unrechtmäßig errichtete Gebäude im Nachgang zu legalisieren, insbesondere nicht wegen der Vorbildwirkung.

In diesem speziellen Fall scheine es jedoch unter anderem aufgrund der Planungsgeschichte und der tatsächlichen Situation vor Ort städtebaulich wünschenswert, die Vorgaben in diesem Bereich zu prüfen und geringfügige Anpassungen vorzunehmen, um die Attraktivität des Gebietes zu erhöhen. Es müssten die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, „um den Widerspruch zwischen Planungsrecht und Bestand zu heilen“.

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