Krach in Waren
Wenn‘s um Lärm geht, schweigt das Rathaus

Auf der Bundesstraße dröhnt der Verkehr, die Politik lässt es eher ruhig angehen.
Auf der Bundesstraße dröhnt der Verkehr, die Politik lässt es eher ruhig angehen.
Carsten Schönebeck

Sechs Wochen noch, dann läuft die selbst gesetzte Frist aus. Bis dahin sollte die Neufassung des Lärmaktionsplanes in Waren stehen. Ein heikles Thema für die Stadtverwaltung.

Die Überraschung war gelungen. Auch wenn sich am Ende alles als großes Versehen entpuppte. Für einige Stunden stand in dieser Woche bereits ein Entwurf für den neuen Lärmaktionsplan (LAP) auf der Internetseite der Stadt. Der soll Lösungen aufzeigen, wie sich insbesondere der Straßenlärm der B 192 in Waren eindämmen lässt. Dort leiden viele der Anwohner unter einem Geräuschpegel, der die Grenzwerte klar überschreitet.

Der angebliche Entwurf hatte es in sich: Eine Ortsumgehung als zentrale Maßnahme. Nun also doch? Nein. Irritierte Nachfragen bei der Stadtverwaltung ergaben: Alles nur ein Fehler. Versehentlich hatte man eine alte Fassung falsch deklariert. Ein paar Klicks und dieses Problem war behoben, auch wenn es wohl nur das kleinste war.

Die nächste Frist verstreicht

Im Kampf gegen den Lärm soll und muss der nächste Schritt jetzt folgen. Der neue Lärmaktionsplan ist längst überfällig. Mehrfach hatte die Stadt beim Landesamt für Umwelt um Verlängerung der Fristen gebeten, weil wichtige Entscheidungen noch ausstanden. Zunächst sollte das Votum der Warener zur Ortsumgehung abgewartet werden, dann sollte erst ein neues Gutachten über den Straßenlärm angefertigt werden.

All das ist längst geschehen. Doch auch die nächste Frist wird nun verstreichen, wie das Amt für Bau und Umwelt einräumt. Am 30. September sollte der Entwurf dem Landesamt vorgelegt werden. Doch zu knapp sei die Zeit inzwischen, um alle formalen und demokratischen Hürden zu nehmen. Dabei ist der Entwurf der Stadtverwaltung bereits fertig gestellt. Doch was die Fachleute der Stadt nun genau vorhaben, bleibt vorerst ein Geheimnis. Ob und wann das Dokument veröffentlicht wird, steht noch in den Sternen.

Ab September wird debattiert

Der Entwurf zum Lärmaktionsplan ist nicht das erste Dokument, das der Öffentlichkeit zumindest zeitweise vorenthalten bleibt. Ein Lärmgutachten für Waren war bereits Anfang des Jahres fertig gestellt. Erste Ergebnisse wurden erst im Juli auf einer Bürgerversammlung präsentiert. Und auch bis heute sind die Ergebnisse nicht frei zugänglich. Weder das Gutachten, noch die präsentierte Zusammenfassung oder das Protokoll der Sitzung stehen bisher im Internet zur Verfügung.

Die nächsten Wochen wird wohl vorerst gar nichts geschehen. Denn die politischen Gremien der Stadt haben Sommerpause. Frühestens im September können sich die Stadtvertreter offiziell mit dem Dokument befassen. Geplant ist eine Debatte zunächst für die Sitzung des Umweltausschusses am 15. September. Dort werde dann auch entschieden, ob der Planungsstand veröffentlicht wird.

Eine endgültige Entscheidung über den Entwurf könne, so heißt es aus dem Rathaus, frühestens im Oktober fallen. Immerhin zeigt sich die vorgesetzte Behörde nachsichtig. Das Landesamt hat signalisiert, dass der Entwurf noch bis Ende November nachgereicht werden kann.

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