TOTE TIERE

Werden in Röbel regelmäßig Katzen vergiftet?

Tierschützer in Röbel sind schockiert. An einer Futterstelle für Streuner sollen zwei Tiere vergiftet worden sein. Es gab bereits einen ähnlichen Fall.
An der Müritz-Therme finden etwa 15 Straßenkatzen Futter und Unterschlupf. Foto: Kerstin Kind
An der Müritz-Therme finden etwa 15 Straßenkatzen Futter und Unterschlupf. Foto: Kerstin Kind Kerstin Kind
Die Initiative „Müritzer für Tiere” kümmert sich auch um StraßenkatzenSymbolfoto: Franziska G
Die Initiative „Müritzer für Tiere” kümmert sich auch um StraßenkatzenSymbolfoto: Franziska Gabbert Franziska Gabbert
Röbel.

Weit über 20 Ehrenamtliche der Initiative „Müritzer für Tiere“ setzen sich in Röbel dafür ein, dass es nicht noch mehr Straßenkatzen werden. Die Katzen, die es aber nun einmal schon gibt, sollen ein möglichst gutes Leben führen dürfen. Katzenkinder und zutrauliche Tiere bekommen so manchmal ein richtiges Zuhause, alle aber zumindest einen Unterschlupf und Futter.

Ausgerechnet an einer der drei Röbeler Futterstellen, in der Nähe der Therme, sollen nun zwei Katzen vergiftet worden sein. Wie Kerstin Kind von der Initiative berichtet, hätten Bauarbeiter die toten Tiere entdeckt. Zeitgleich seien zwei neue Näpfe an einer Stelle aufgefallen, an der die Ehrenamtlichen nicht fütterten. „Vielleicht war es auch gut gemeint“, überlegt Kerstin Kind, aber der zeitliche Zusammenhang lege doch den Verdacht nahe, dass die Tiere gezielt vergiftet wurden.

Schon länger Verdacht auf Tierquälerei

Zumal alles an einen ähnlichen Fall aus dem vergangenen Jahr erinnert: Auch hier seien zwei tote Katzen in der Nähe der Futterstelle entdeckt worden. Und auch hier habe der Finder, ein Grundstücksbesitzer, die Initiative zu spät verständigt. Dass die Katzen auch von den Bauarbeitern gleich beerdigt worden seien, sei zwar gut gemeint gewesen. Kerstin Kind meint allerdings, bei entsprechenden Entdeckungen sofort die Initiative zu verständigen. „Die kastrierten Katzen sind alle gechipt“, erklärt sie, „wir könnten die toten Tiere identifizieren beziehungsweise sie mit Suchmeldungen abgleichen.“ Als die Bauarbeiter die Initiative zwei Tage später informierten, war es für die Aufklärungsarbeit bereits zu spät. Auch die Näpfe waren weg.

„Im Moment kann man nur warnen“, sagt Kerstin Kind. Die Fütterer unternehmen nun tägliche Kontrollgänge und überprüfen, ob auf dem Gelände wieder etwas Verdächtiges auftaucht. „Würden wir noch einmal fremdes Futter entdecken, würden wir es sofort einsammeln und analysieren lassen“, so die Mitarbeiterin.

Giftköder auf Spielplatz gefunden

Der Verdacht auf Tierquälerei begleitet sie und die anderen Ehrenamtlichen in Röbel schon länger. Bereits 2018 sei ein Kater mit einem abgerissenen Schwanz eingefangen worden und die Katze einer ehrenamtlichen Helferin sei, nachdem sie einige Tage verschwunden war, ebenfalls verstümmelt zurückgekehrt. „Solche Verletzungen deuten auf Tierquälerei hin“, weiß Kerstin Kind. „Und wenn eine Katze lange nicht auftaucht, zeugt das davon, dass sie lange gebraucht hat, um sich zu befreien.“ Sie vermutet Tellerfallen. Was Menschen zu so etwas bewege, kann sie sich nicht erklären. „Wir bemühen uns, die unkontrollierte Vermehrung von Katzen zu unterbinden“, sagt Kerstin Kind. Die Grundstücksbesitzer an den Futterstellen seien sehr kooperativ. Aber es gebe eben auch Tierhasser, die „ihre Aggressionen an schwächeren Lebewesen auslassen.“

Auch in Waren West ist Tierquälerei ein Thema. Zuletzt sollen dort mehrfach Giftköder gefunden worden sein, unter anderem auf einem Kinderspielplatz. Ein Tierarzt berichtete zudem von mehreren mutmaßlich vergifteten Hunden, die er in seiner Praxis behandelte (wir berichteten). Die Stadt hatte vermehrte Kontrollen angekündigt, tatsächlich blieb es jedoch offenbar bei den üblichen Kontrollen. „Im Rahmen ihrer Möglichkeiten werden unsere Außendienstmitarbeiter immer darauf achten, ob Giftköder ausgelegt wurden“, erklärt Sprecherin Stefanie Schabbel. „Aber sie werden nicht ausschließlich für Giftköderkontrollen abgestellt.“ Im gesamten Stadtgebiet seien keine neuen Giftköder festgestellt worden.

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