Nachwuchsorganist Erik Mörke freut sich mit Orgel-Papst Friedrich Drese über die Renovierung der Lütkemüll
Nachwuchsorganist Erik Mörke freut sich mit Orgel-Papst Friedrich Drese über die Renovierung der Lütkemüller-Orgel in Sietow. Achim Kohl
Noch bis zum 31. Oktober sind in der Dorfkirche Sietow illuminierte Schiffsmodelle der Künstlerin Kerstin Schneggenburger
Noch bis zum 31. Oktober sind in der Dorfkirche Sietow illuminierte Schiffsmodelle der Künstlerin Kerstin Schneggenburger zu sehen. Achim Kohl
Noch bis zum 31. Oktober sind in der Dorfkirche Sietow illuminierte Schiffsmodelle der Künstlerin Kerstin Schneggenburger
Noch bis zum 31. Oktober sind in der Dorfkirche Sietow illuminierte Schiffsmodelle der Künstlerin Kerstin Schneggenburger zu sehen. Achim Kohl
Instrument

Weshalb Sietows restaurierte Orgel was ganz Besonderes ist

Die Kirche im Dorf Sietow ist komplett renoviert worden. Selbst die Orgel hat eine Sanierung erfahren und durfte sich jetzt klangvoll zurückmelden.
Sietow

Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes ist die Lütkemüller-Orgel in der Dorfkirche in Sietow nach umfangreicher Restaurierung kürzlich wieder eingeweiht worden. Die Instandsetzung des Instrumentes war Teil eines Gesamtkonzepts, das die gesamte Kirche umfasste. Das Gotteshaus wurde innen und außen restauriert. Mittlerweile ist es zur Erzählkirche geworden und erhielt einen Anbau für die Gemeindearbeit.

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Einsatz der Kirchgemeinde gelobt

Pröpstin Britta Carstensen hielt den Einweihungs-Gottesdienst. Sie lobte bei diesem Anlass den Einsatz der Kirchengemeinde für ihr Gebäude in Sietow Dorf: „Als ich vor fünf Jahren zum ersten Mal hier war, empfand ich das Innere der Kirche als grau, düster und unfreundlich. Daraus ist eine ansprechende, sehr warme Kirche mit einer guten und einladenden Atmosphäre geworden“.

Das I-Tüpfelchen bei der Instandsetzung der Kirche ist die Lütkemüller Orgel von 1866. „Bei der Sanierung des Kirchendachs erlitt die Orgel einen Wasserschaden. Bereits vorher hatte ihr der Holzwurm zugesetzt“, erzählt der Orgelsachverständige und Leiter des Orgelmuseums in Malchow, Friedrich Drese. Doch der Wasserschaden hatte auch ein Gutes: Dadurch wurde die Sanierung der Orgel von der Versicherung übernommen.

Friedrich Drese freut sich über die gelungene Restaurierung: „Das war schon immer ein sehr schönes Instrument, zumal sie ein bisschen größer ist als die normalen Orgeln von Friedrich Hermann Lütkemüller. Die Gemeinde und Pastor Stahlberg wollten nach 1860 etwas Besonderes haben – und das haben sie auch bekommen“.

Dieses Instrument hat was Barockes

Den barocken Klang des Instruments mit seinen fünf Pfeifenfeldern und dem rechtsseitigen Spieltisch führt Friedrich Drese auf das Fehlen von Stimmrollen in den Pfeifen zurück. Diese Technik begann sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts langsam durchzusetzen.

„In den Metallpfeifen waren dann zwei senkrechte Schlitze“, erläutert Drese. „So konnte man – praktisch wie bei einer Konservendose – das Blech aufrollen und so die Pfeife stimmen“. Die Pfeifen in der Sietower Orgel kommen ohne diese vergleichsweise moderne Stimmmöglichkeit aus.

Mit dem 16-jährigen Erik Mörke, der gleich neben der Kirche wohnt, hat die Kirchengemeinde einen angehenden Organisten. Erik bekommt derzeit Orgelunterricht bei Kirchenmusikdirektorin Christiane Drese an der Lütkemüller-Orgel der Georgenkirche in Waren. Er kann sich vorstellen, später einmal Kirchenmusik zu studieren.

In der Kirche Sietow erwartet die Besucherinnen und Besucher aktuell auch noch die Ausstellung „Scharade des Lichtes“. Zu sehen sind dort bis zum 31. Oktober stimmungsvoll beleuchtete Schiffsmodelle von Kerstin Schneggenburger. Sie bestehen aus Metall, Papier und Holz verschiedener Herkunft, wie Treibhölzern, Mooreichen und Fachwerkteilen.

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