Neue Ausstellung im Müritzeum

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Wie ein Kriegsgegner zum Naturschützer wird

Der Naturschützer Kurt Kretschmann
Der Naturschützer Kurt Kretschmann
Müritzeum

Kurt Kretschmann war mehr als der Vater der Naturschutz-Eule: Dem Pazifisten und Kriegsdeserteur widmet die Berliner Friedensbibliothek im Müritzeum eine Sonderausstellung.

Die kennt wohl jedes Kind: Die pfiffige schwarze Eule auf gelbem Grund, heute markantes Symbol des bundesdeutschen Naturschutzes. Geprägt hat es Kurt Kretschmann, der dazu die weltweit erste Naturschutzlehrstätte in Müritzhof 1954 mitbegründete. Diesem interessanten „Nestor des Naturschutzes in Ostdeutschland“, wie er gern genannt wird, und seinem spannenden Leben widmet sich die erste Sonderausstellung des Jahres im Warener Müritzeum, die am Montag, 10. Februar, 16 Uhr im NaturErlebnisZentrum Waren eröffnet wird. Die Ausstellung der Berliner Friedensbibliothek und des Hauses der Natur Bad Freienwalde, das Kretschmann mit aufgebaut hat, zeigt dessen Entwicklung „Vom Kriegsgegner zum aktiven Naturschützer“.

Die Herkunft der Sonderausstellung lässt es ahnen: Kretschmann, der in diesem Jahr 100 geworden wäre, nur auf die Naturschutz-Eule zu reduzieren, wäre weit verfehlt. Als Pazifist entzog er sich durch Fasten dem Wehrdienst und wanderte 12 000 Kilometer nach Italien. Doch noch an die Front in die Sowjetunion geschickt, entging er 1944 verwundet einem Todesurteil und desertierte im Heimaturlaub. Für sein Engagement (so initiierte er an der Müritz den „Arbeitskreis zum Schutz vom Aussterben bedrohter Tierarten“ und setzte im Haus der Natur auf natürlichen Gartenbau und vegetarische Lebensweise) erhielten er und seine Frau 1993 den Europäischen Umweltpreis.