Die Klosteranlage sollte eigenltich Außenstandort bei der Rostocker Buga werden.
Die Klosteranlage sollte eigenltich Außenstandort bei der Rostocker Buga werden. Tina Schmaglowski
Die Historikerin Dr. Shirley Brückner entlockt der Klosteranlage viele Geheimnisse.
Die Historikerin Dr. Shirley Brückner entlockt der Klosteranlage viele Geheimnisse. Susann Salzmann
Bundesgartenschau

Wie Rostocks Buga-Drama Malchow in seinen Strudel zieht

Kaum hatte sich Malchow als Außenstandort der Buga in Rostock durchgesetzt, sind von dort schlechte Nachrichten eingetroffen.
Malchow

Erst kam die gute Nachricht, dann die schlechte: Die Stadt Malchow ist als Außenstandort der Rostocker Buga bestätigt worden, teilte der Bürgermeister der Inselstadt, René Putzar, (parteilos) dem Nordkurier am Freitag mit. Er wusste aber schon, dass da noch ein dickes Fragezeichen stand. „Wir hoffen, dass die Buga stattfindet, eventuell 2026.“

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Rostock sieht keine Chance mehr für die Buga

Wenig später kam dann die Nachricht aus Rostock, dass diese Hoffnung umsonst war. Denn der Oberbürgermeister der Hansestadt, Claus Ruhe Madsen (parteilos) teilte mit, er werde der Bürgerschaft die Absage der Bundesgartenschau empfehlen. Nach seien Auffassung hätten die Risikoanalyse und eine erneute Prüfung der geplanten Projekte bestätigt, dass Genehmigung und Umsetzung der Vorhaben aufgrund veränderter Bedingungen durch Corona und den Krieg in der Ukraine nicht rechtzeitig realisiert werden können. Es wird erwartet, dass die Rostocker Bürgerschaft Madsens Vorschlag folgt.

Zuvor hatte am Dienstag bereits die Buga Rostock 2025 GmbH mitgeteilt, dass es 2025 in Rostock keine Bundesgartenschau in ihrer bisher geplanten Form geben werde. Es sei unmöglich, das sogenannte Rostocker Oval entlang der Warnow bis 2025 als alleinige Veranstaltungsfläche herzurichten. Aber zumindest stand da noch eine Verschiebung beziehungsweise eine Ausrichtung in abgespeckter Form im Raum.

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Doch nun ist das endgültige Aus nahezu besiegelt. „Wir machen in jedem Fall mit den Gärten weiter“, gibt Putzar jedoch nicht auf. Für die Gärten auf dem Kloster ist eine „Galerie der Gartennutzungen“ des 19. Jahrhunderts angedacht. So sollen etwa Küchen- wie auch Zier- und Blumengarten mit Staudenrabatten, Lauben, Pavillon, Grotte und Gewächshaus entstehen.

Das 1298 gegründete Klosterareal wurde 1572 in ein Stift adliger Damen umgewandelt, der bis 1918 Bestand hatte. Die Klosterfrauen behielten in der Zeit danach ihr Wohnrecht. Die letzte Bewohnerin des Klosters verstarb im Jahr 1972. Die Stiftsdamen wirkten im Umfeld und kümmerten sich um Hausgärten, in denen unter anderem Nutzpflanzen für Ernährung und medizinische Zwecke gepflanzt wurden.

Schwung für die weitere Entwicklung erhofft

Malchow hat mit seiner Bewerbung auf alle Fälle jede Menge Konkurrenten aus der Region ausgestochen wie Waren und Teterow. Landesweit hatten 30 interessierte Städte, Gemeinden, Projekte und Vereine ihre Bewerbungskonzepte eingereicht.

Die Buga sollte zusätzlichen Schwung bei der Entwicklung des Museumskomplexes der Inselstadt bringen. Zum kulturellen Programm waren neben dem Kochen in der Schwarzen Küche auch eine Klosternacht sowie Lesungen im Pavillon zum Leben im Kloster und zu Gartenliteratur vorgesehen.

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Erst kürzlich war die fertige Hüllensanierung des Dormitoriums gefeiert worden. Zwei Jahre dauerten die Arbeiten an dem Gebäudeteil der Klosteranlage, dem Haus 1 mit den Hausnummern 29-32. Es wurde die Fassade saniert, das Dach und das barocke Dachtragewerk wurde wieder hergestellt. 1,8 Millionen Euro hat das Projekt gekostet, das mit Städtebaufördermitteln des Landes und einem Drittel aus der Malchower Stadtkasse finanziert worden ist. Es ist geplant, dass 2025 das Kloster- und Stiftmuseum in das ehemalige Schlafhaus einzieht.

Wenn die Baugerüste verschwunden sind, geht es im Boden weiter. Noch in diesem Sommer sollen im Kreuzganginnenhof archäologische Untersuchungen beginnen. „Wir hoffen dadurch, Alltagsgegenstände und Informationen aus der über 700-jährigen Geschichte zu finden. Ähnlich, wie wir sie bei der Sanierung des Hauses gefunden haben“, sagte René Putzar.

Seit Juni 2020 beschäftigt sich die Historikerin Dr. Shirley Brückner aus Halle mit dem Klostergelände und dessen Historie. „Ein Glücksfall für Malchow. Denn ihre Forschungsergebnisse waren so beeindruckend und vielversprechend, dass es uns gelang, die Forschungsarbeiten für zwei weitere Jahre durch die Sparkasse, die Sparkassen-Stiftung und durch das Kultusministerium gefördert zu bekommen“, wie Putzar sagt.

Und trotz der Buga-Absage aus Rostock hofft der Malchower Bürgermeister auch weiterhin auf eine Förderung aus Schwerin für Pläne der Stadt, den Klostergarten zu entwickeln.

 

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