KEILER IM WASSER

▶ Wildschwein schwimmt in der Müritz

Die Saison auf dem Wasser ist vorbei, und doch ist noch Leben auf der Müritz. Gerade wurde tatsächlich ein schwimmendes Schwein gefilmt - wie Sie in unserem Video sehen können.
Petra Konermann Petra Konermann
Das schwimmende Wildschwein in der Sietower Bucht, im Hintergund ist das Ostufer des Müritz-Nationalparkes zu erkennen.
Das schwimmende Wildschwein in der Sietower Bucht, im Hintergund ist das Ostufer des Müritz-Nationalparkes zu erkennen. Carsten Glende
Dieses Wildschwein hatte es eilig, es war in der Sietower Bucht unterwegs. Warum, darüber kann es nur Spekulationen geben
Dieses Wildschwein hatte es eilig, es war in der Sietower Bucht unterwegs. Warum, darüber kann es nur Spekulationen geben. Carsten Glende
Sietow.

Was die auf den Bahamas können, das können wir schon lange! Auf der Bahamas-Insel Big Major Cay kann man ja bekanntlich im azurblauen Wasser mit zutraulichen Schweinen schwimmen – eine Touristenattraktion. Auf der Müritz ginge das vielleicht auch, dann aber mit Wildschweinen. Kein Scherz! Ein paar Männer, die in der Sietower Bucht gerade einen Motorboot-Kurs absolvierte hatten, staunten nicht schlecht, als ihnen mitten auf der Müritz ein Wildschwein entgegenkam. Es war zügig unterwegs und schwamm offenbar vom Gotthuner Ufer in Richtung Sietower Bucht. So schnell, wie das Tier auftauchte, war es auch wieder verschwunden und ließ verblüffte Urlauber zurück. Einer von ihnen machte geistesgegenwärtig ein paar Schnappschüsse.

 

 

Keiler in der Rausche

Volker Koch, Vorsitzender des Jagdverbandes Müritz, wagte sich, nachdem er das Foto des schwimmenden Wildschweines in Augenschein genommen hatte, an eine Erklärung, was es dort wohl mitten auf der Müritz zu suchen hatte. „Es kann sein, dass das Tier einer Gefahren- oder Zwangssituation ausweichen wollte, genau weiß man das aber natürlich nicht“, so Koch. Eine andere Erklärung könnte auch sein, dass sich das Schwein in der Rausche befand, so der Fachmann weiter. Rausche ist beim Wildschwein das, was beim Hirsch die Brunft ist.

Das schwimmende Schwein könnte also den Duft einer Bache aufgenommen haben und eine Abkürzung zu ihr über die Müritz genommen haben, um schnell zur Wildschweindame zu gelangen. „Aber auch das ist nur Spekulation“, betonte Koch. Fast sicher ist er sich aber, dass es sich bei dem schwimmenden Wildschwein um einen Keiler gehandelt habe. Denn die Wildschwein-Männer seien in der Regel Einzelgänger und halten sich auch an Land abseits der Wildschweinrotten mit Bachen und ihrem Nachwuchs. Wäre eine Bache, also ein weibliches Wildschwein, auf den Müritzkurs gegangen, dann wäre die mit Sicherheit nicht allein unterwegs gewesen. „Sie hätte dann vermutlich Frischlinge oder Überläufer, also Jungtiere, im Schlepptau gehabt“, meinte Volker Koch.

Gute Schwimmer

Dass der schwimmende Keiler wohlbehalten das andere Ufer erreicht hat, davon könne man mit Sicherheit ausgehen. „Es muss sich niemand Sorgen machen, dass das Tier womöglich ertrunken sein könnte. Wildschweine sind sehr gute und ausdauernde Schwimmer. Jeder Jäger, der Seen oder Flüsse in seinem Revier hat, kann davon berichten“, sagte Koch. Wildschweine könnten so schnell schwimmen, dass ein Mensch nicht hinterher geschwommen käme. „Ich habe sogar schon davon gehört, dass ein Schwein von der Insel Rügen bis nach Hiddensee geschwommen ist“, macht der Fachmann deutlich. Trotzdem: Ein schwimmendes Schwein sehe man auf der Müritz eher selten. Dann wird es wohl doch nichts mit der neuen Touristenattraktion „Schwimmen mit Schweinen“...

 

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