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Urteil im Prozess um Awo-Geschäftsführer erwartet

In die Jahre gekommen: Am Awo-Pflegeheim Penzlin nagt der Zahn der Zeit. Es muss investiert werden.
In die Jahre gekommen: Am Awo-Pflegeheim Penzlin nagt der Zahn der Zeit. Es muss investiert werden.
Andreas Becker

Die Awo Müritz und ihr Ex-Geschäftsführer Peter Olijnyk fordern jeweils hohe Summen voneinander. Nun steht fest, wann das Urteil in dem Prozess fallen soll.

Um viel Geld geht es in der zivilrechtlichen Auseinandersetzung zwischen dem Ex-Geschäftsführer, Peter Olijnyk, und seinem ehemaligen Arbeitgeber, der Awo Müritz. Am 12. Oktober soll das Urteil vor dem Landgericht Neubrandenburg verkündet werden. Die Kammer von Richterin Gabriele Memmel will entscheiden, ob die fristlose Kündigung von Peter Olijnyk als Geschäftsführer des Kreisverbandes Müritz der Awo im Juni 2016 rechtmäßig war. Der 68-Jährige war entlassen worden, weil er sich mit Hilfe des damaligen Vorstandsvorsitzenden illegal bereichert haben soll. Der Fall hatte landesweit für Schlagzeilen und Untersuchungen in allen Kreisverbänden gesorgt.

Zu hohes Gehalt?

Nach Prüfung des Awo-Landesverbandes soll der Ex-Manager ein unverhältnismäßig hohes Jahresgehalt von 150.000 Euro plus weiterer Zahlungen und 30.000 Euro Tantiemen bekommen haben, was bei einem Sozialverband gar nicht zulässig sei. Gegen den Entlassenen und den Vorstandsvorsitzenden, der den Vize-Awo-Landesvorsitz und sein Amt im Kreisverband nach Bekanntwerden der Vorwürfe niederlegte, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue.

Der Ex-Geschäftsführer hatte gegen seine Kündigung geklagt und fordert über seinen Anwalt Peter-Michael Diestel mehrere hunderttausend Euro Schadenersatz. Eine ähnlich hohe Summe fordert der Kreisverband von dem Mann zurück.

Nachfolger noch nicht bekannt gegeben

Seit Anfang Juli führt Peter Reitzlein, Unternehmensberater aus Rostock, kommissarisch die Geschäfte des krisengeschüttelten Awo-Kreisverbandes Müritz. Auf das Ende seiner Tätigkeit muss Reitzlein noch warten, sein Nachfolger ist zwar auserkoren, doch öffentlich noch nicht bekannt gegeben. „Es gibt nicht generell Schwierigkeiten mit dem neuen Geschäftsführer, da ist alles im grünen Bereich, es sind aber noch organisatorische Dinge und Details im Vertragsbereich zu klären“, bittet Awo-Vorstandsmitglied Nadine Julitz weiter um Geduld.

Geduld müssen die Verantwortlichen des Wohlfahrtsverbandes auch bei der Neubesetzung des Vorsitzendenpostens aufbringen. Nachdem Dagmar Kaselitz nach nur wenigen Monaten Amtszeit Ende Juli ihren Rücktritt angekündigt hatte – die Penzlinerin sprach im Zusammenhang mit staatsanwaltlichen Überprüfungen der kassierten Investitionspauschale in einem Awo-Pflegeheim in Penzlin von einem Interessenkonflikt zwischen ihrem ehrenamtlichen Awo-Posten und ihrem hauptamtlich bezahlten Job als Integrationsbeauftragte der Landesregierung –, „laufen uns die Bewerber nicht gerade die Bude ein“, formuliert Nadine Julitz salopp.

Zukunft des Awo-Pflegeheims Penzlin

Während aktuell noch völlig offen ist, wer Dagmar Kaselitz beerbt, steht zumindest das Datum der Kreisdelegiertenkonferenz, auf der ein neuer Vorsitzender gewählt werden soll, fest. Am 16. Oktober haben die Mitglieder das Wort. Ob bis dahin zur seit Monaten kontrovers diskutierten Zukunft des Awo-Pflegeheims Penzlin eine Entscheidung gefallen ist, kann Nadine Julitz aktuell nicht sagen.

Zu den Handlungsoptionen soll nach Nordkurier-Informationen auch eine Awo-interne Lösung gehören. Demnach haben offenbar sowohl die Awo Neubrandenburg als auch die Awo Demmin Interesse signalisiert, die Einrichtung zu übernehmen. Ein Verkauf würde dringend benötigtes Kapital in die Müritzer Awo-Kasse spülen.