NEUE INITIATIVE

Windrad-Gegner schicken Frau Schwesig einen Brief

Die Windkraft-Gegner in der südlichen Müritzregion setzen alle Hebel in Bewegung, um neue Eignungsgebiete zu verhindern.
In der südwestlichen Müritzregion stehen bei Bütow und Zepkow schon einige Windräder.  
In der südwestlichen Müritzregion stehen bei Bütow und Zepkow schon einige Windräder. Nordkurier-Archiv
Woldzegarten.

Gegen die geplanten Windeignungsgebiete in der südlichen Müritzregion regt sich immer mehr Widerstand. Im Gutshof Woldzegarten hat sich nun die „Initiative Freier Horizont für Woldzegarten, Walow, Kogel, Jaebetz und Massow“ gegründet. Dahinter verbergen sich unter anderem touristische Anbieter aus der Region wie Brigitte und Norbert Leberl vom Landhaus Fünfseen oder Mitglieder anderer Initiativen wie Cornelia Dubhorn vom Aktionsbündnis „Freier Horizont Fünfseen“, aber auch Heinz Gerull, Bürgermeister der Gemeinde Walow, und Egbert Wenghöfer, Bürgermeister von Fünfseen.

Einwände noch bis 30. Oktober

Ihre Kritik richtet sich vor allem gegen das 181 Hektar große geplante Eignungsgebiet bei Kogel. Noch bis zum 30. Oktober können Einwände dagegen beim Regionalen Planungsverband abgegeben werden. Des Weiteren sind die Mitstreiter auch gegen den unkontrollierten Ausbau von Windkraftanlagen durch die Bundesregierung.

Die Initiative will nun zunächst möglichst viele Kontra-Stellungnahmen gegen das mögliche Eignungsgebiet Kogel sammeln. „Wir sollten hier die Rotmilan-Bestände kartieren. Außerdem müssen die Zugvögel gezählt werden“, sagt Cornelia Dubhorn zu den noch fehlenden Dokumenten.

Darüber hinaus will die Initiative heute auch einen Brief gegen die Ausweisung von neuen Eignungsgebieten – auch bei Schwarz, Lärz, Grabow-Below und Massow sollen Flächen entstehen – an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig schicken. In dem Schreiben fordert die Initiative die Ministerpräsidentin unter anderem auf, von einem weiteren Ausbau der Windenergie abzusehen, da Mecklenburg-Vorpommern schon rund 200 Prozent seines eigenen Energiebedarfes aus erneuerbaren Energien deckt.

Sie wären sogar von Waren oder Malchow aus zu sehen

„Die Region hat sich durch seine Ursprünglichkeit und Schönheit zu einem Touristenmagnet entwickelt, welcher statistisch bewiesen durch die riesigen Windkraftanlagen seine Anziehungskraft verliert“, heißt es in dem Schreiben.

So sind die Anlagen heutzutage mehr als 200 Meter hoch. Bei guter Sicht wären die Windräder sogar von Malchow oder auch von Waren aus zu sehen, machte Mitstreiter Uwe Koch in seinem Vortrag deutlich. Mittlerweile hat sich auch die Malchower Stadtvertretung gegen neue Windeignungsgebiete ausgesprochen.

Unterschriftensammlung gestartet

Weil sich so viel Widerstand regt, hat die Initiative auch noch eine Unterschriftensammlung gestartet. „Wir wollen sie am 30. Oktober symbolisch an den Regionalen Planungsverband in Neubrandenburg übergeben“, sagt Cornelia Dubhorn. „Bei der Übergabe wollen wir auch die Forderung stellen, dass sich die Landesregierung an der Bundesratsinitiative von Brandenburg zur Abschaffung des Paragrafen 35 im Baugesetzbuch beteiligt.“

In dem Paragrafen ist die Privilegierung von Windkraft außerhalb einer Siedlung festgesetzt. Schaffe man den Paragrafen ab, hätten die Gemeinde eine größere Selbstbestimmung in Bezug auf die Ausweisung von Windeignungsgebieten, so Dubhorn.

 

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