STREIT UM ORTSUMGEHUNG B192

Wird Klink zu einem Sackgassendorf werden?

Eigentlich soll die neue Ortsumgehung die Klinker von Stress entlasten. Doch in der Diskussion um die bestmögliche Variante kochen die Gemüter immer noch hoch.
Die Ortsumgehung soll nördlich an Klink vorbeiführen. Wie es dann mit der Verbindung zum Nachbardorf Sembzin aussieh
Die Ortsumgehung soll nördlich an Klink vorbeiführen. Wie es dann mit der Verbindung zum Nachbardorf Sembzin aussieht, wird derzeit heiß diskutiert. Klaus Steindorf-Sabath
Ortsumgehung und mögliche Verbindungen zwischen Klink und Sembzin
Klink.

Hoch her ging es in der Sitzung der Klinker Gemeindevertreter gleich zu Beginn der Veranstaltung. Stein des Anstoßes ist die Planung der Ortsumgehung. „Ich möchte wissen, wie die Gemeinde zur Variante 1 steht und ob wir immer noch an einem Strang ziehen“, fragte die Sembzinerin Marietta Cremer. Sie und weitere 23 Bürger wollten dazu beim Punkt „Einwohnerfragestunde“ ganz genaue Angaben haben. Klinks Bürgermeisterin Jana Böckmann (UBK) ging darauf nicht konkret ein. „Die Variante 4 steht, wir haben auf die Varianten keinen Einfluss mehr“, erklärte sie.

Doch worum geht es überhaupt? Für die geplante Ortsumgehung gab es zunächst vier Varianten, von denen die Bürger die erste, der Bund die vierte bevorzugte. Bei letzterer erhielte Sembzin eine Lärmschutzwand und die B 192 würde vom Einmünden der Umgehung auf die Bundesstraße bis zum Ortsschild zurückgebaut. Klink würde damit zum Sackgassendorf. Hinzu käme, dass Sembzin nicht mehr in die Umgehung einbezogen wäre. Deshalb machte das Dorf mobil und sammelte Unterschriften, damit der Straßenabschnitt nicht zurückgebaut wird. Dieses Teilstück sollte stattdessen in eine Bäderstraße, also eine Art touristische Nebenstrecke, umgewandelt werden – so wie es in der ersten Variante vorgesehen war.

Die Listen, auf denen auch die Bürgermeisterin unterschrieb, wurden zu der beim Schweriner Straßenbauamt angesiedelten Projektgruppe für Großprojekte gesandt. Schließlich schafften es die Bürger, dass die Bäderstraße in die weitere Planung aufgenommen wird. Vor der Kommunalwahl hatte die alte Gemeindevertretung dazu sogar einen Beschluss gefasst.

Sind die Kosten für die Bäderstraße zu hoch?

Doch Marietta Cremer und anderer Sembziner befürchten nun, dass die Bäderstraße künftig wegfallen könnte. Der Grund: Diese Bäderstraße würde laut einer Kalkulation des Straßenbauamts Schwerin um die 16.000 Euro jährlich kosten, die die Gemeinde künftig aufbringen müsste. „Das ist viel zu hoch gegriffen, 1600 Euro wären realistischer“, sagte Gemeindevertreter Eckhard Knust, der vor der Kommunalwahl Bürgermeister war. Auf Nachfrage stellte Jana Böckmann noch einmal klar: „Von der Gemeinde wird die Bäderstraße angestrebt“.

Marietta Cremer hat nun ihren Ansprechpartner in der Schweriner Projektgruppe in den vergangenen Wochen besucht. „Man hat bestätigt, an der Bäderstraße festzuhalten, wenn wir genügend Pro-Argumente liefern“, teilte sie mit. Für die Sembziner ist die Trasse wichtig, um nicht von Klink abgeschnitten zu werden.

Delegation aus Schwerin hat sich angekündigt

Skeptisch sehen sie dagegen die Möglichkeit, dass im Zuge der Neu-Planung auch noch eine neue, schmale Trasse entstehen könnte, die zu nah an die Sembziner Bebauung heranreicht. „Wenn dieser neue Weg zu dicht an Sembzin heranreicht, gehen wir da nicht mit“, sagte Cremer.

Wie Bürgermeisterin Jana Böckmann auf der Sitzung mitteilte, kommen in der zweiten Dezemberwoche Vertreter der Projektgruppe vorbei. Auf Kritik von den Gemeindevertretern sowie der Bürger, dass von ihnen niemand beziehungsweise zu wenig Leute vertreten sind, lenkte sie schließlich ein. „Ich würde mich darum kümmern, dass eine Abordnung von ihnen mit zwei Leuten bei dem Termin dabei sein kann“, sagte Jana Böckmann. Allerdings wollte sie nicht sagen, ob es noch weitere Ideen gibt, die sie den Planern präsentieren will. „Es wird eine Lösung gefunden, die für alle akzeptabel ist“, bekräftigte sie.

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