DREI NEUE RUDEL

Wolfswelpen im Müritz-Nationalpark entdeckt

Die Zahl der Wolfsrudel in MV hat sich auf insgesamt sieben erhöht. Im Müritz-Nationalpark und in Vorpommern sind jetzt mehrere Welpen vor Wildkameras gelaufen. Minister Backhaus will die Entwicklung ernst nehmen.
Ein Wolfswelpe inspiziert neugierig eine automatische Kamera, die im Rahmen des Wildtiermonitorings installiert wurde.
Ein Wolfswelpe inspiziert neugierig eine automatische Kamera, die im Rahmen des Wildtiermonitorings installiert wurde. Nationalparkamt Müritz
Waren ·

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es drei neue Wolfsrudel. Das Wolfsmonitoring des Landes hat für drei bekannte Wolfsvorkommen im Müritz-Nationalpark, Torgelow und Jasnitz erstmals Welpen bestätigt. Das teilte das Landwirtschaftsministerium am Donnerstag mit.

Damit leben hierzulande gegenwärtig sieben Wolfsrudel – so im Müritz-Nationalpark, in der Nossentiner Heide, bei Torgelow, in der Ueckermünder Heide, bei Jasnitz, im Kaarzer Holz und in der Retzow-Jännersdorfer Heide. Hinzu kommen zwei Wolfspaare bei Lübtheen und Billenhagen.

Lebensräume für Wölfe

„Ich habe den deutlichen Anstieg der Wolfspopulation prophezeit, insofern sind die neuen Welpennachweise für mich wenig überraschend. Dennoch nehme ich diese Entwicklung sehr ernst”, kommentiert Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) die neue Entwicklung. Sie zeige, dass man in Mecklenburg-Vorpommern über weitläufige, bisweilen menschenleere Naturräume verfügen, die den Wölfen ideale Lebensbedingungen bieten.

 

 

 

„Sie zeigt aber auch, dass wir dem Schutz der Menschen und der landwirtschaftlichen Nutztiere weiterhin oberste Priorität schenken müssen. Vorsorge ersetzt aber nicht eine langfristige und bundesweit abgestimmte Strategie zum weiteren Umgang mit dem Rückkehrer. Hier müssen wir deutschlandweit endlich zu einer gemeinsamen Herangehensweise kommen“, sagte Backhaus mit Blick auf den neuen Wolfsnachwuchs.

Wolf im Müritz-Nationalpark

Für den Müritz-Nationalpark konnte jetzt mit dem Fotofallenmonitoring ein Welpe und somit die Reproduktion des in der Gegend bereits bekannten Wolfspaares belegt werden. Ob es noch weitere Welpen gibt, müsse das fortgeführte Monitoring zeigen. Über die Fähe des Wolfspaares sei bekannt, dass diese aus dem Nieskyer Rudel in der Lausitz stammt, heißt es aus dem Ministerium.

Ebenfalls mittels Fotofallen wurden durch das Forstamt Torgelow in Kooperation mit dem Naturpark „Am Stettiner Haff“ mindestens zwei Welpen im Bereich des Wolfsvorkommens „Torgelow“ erfasst. Auch hier ist somit in diesem Jahr ein neues Wolfsrudel entstanden.

Erste Fotofallenbilder der Nossentiner Wölfin mit einem deutlich erkennbaren Gesäuge bestätigt auch im dortigen Rudel nach 2018 wieder eine Reproduktion. Das Monitoring des Forstamts Jasnitz ergab auch erstmals den Nachweis von mindestens einem Welpen für das dortige Wolfsvorkommen. Die Elterntiere seien hier eine Wölfin, die aus dem angrenzenden Kalißer Rudel stammt, und ein Rüde, der aus dem Rudel „Storkow“ aus Brandenburg zuwanderte.

Weitere Rudel

Nach aktuellen Monitoringergebnissen des Bundesforstbetriebes Trave hat sich in der Lübtheener Heide scheinbar die im November 2017 durch die TU Dresden besenderte Wölfin „Emma“ mit einem Partner angesiedelt. Der Status des vorher dort lebenden Kalißer Rudels ist aktuell unklar. Das Forstamt Billenhagen konnte ebenfalls in den letzten Monaten ein neues Wolfspaar in seinem Zuständigkeitsbereich bestätigen. Genetische Analysen zeigen, dass die Wölfin aus dem Rudel „Knappenrode“ aus der sächsischen Lausitz stammt. Für die im Jahre 2018 noch als Rudel geführten Wolfsvorkommen Kaliß und Löcknitz muss der aktuelle Status mit „unklar“ angesprochen werden.

Für mehrere andere Wolfsvorkommen mit Wolfsnachweisen – so in den Bereichen Schildfeld, Grabow, Wokuhl, Anklam und Jägerhof – sei der Status ebenfalls noch unklar und soll durch das weitere kontinuierliche Monitoring geklärt werden.

Sichtungen oder andere Hinweise auf den Wolf können laut Ministerium unter der Nummer 0170-7658887 oder auch über die Online-Eingabe unter dem Schlagwort „Monitoring“ auf der Internetseite www.wolf-mv.de gemeldet werden. Die genannte Nummer fungiert auch als Schadens-Hotline zu Meldung von aufgetretenen oder vermuteten Rissvorfällen.

Eine Beratung der Tierhalter zu den Präventionsmaßnahmen von Weidetieren und einer damit verbundenen möglichen Förderung ist im Rahmen eines Vor-Ort-Termins kostenlos möglich und wird seitens des Landes unbedingt empfohlen. Unter folgenden Telefonnummern können Beratungen vereinbart werden: 0157-75063085 (für die Regionen der Landkreise Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald) sowie 03847-43500 oder 0171-7270624 (für alle anderen Regionen).

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