WIDERSTAND FORMIERT SICH

Wredenhagen stemmt sich gegen Atommüll-Lager

Für die Einwohner ist es unvorstellbar: Wredenhagen könnte zum Standort eines Endlagers für Atommüll werden. Damit das nicht passiert, formiert sich nun Widerstand.
Nadine Schuldt Nadine Schuldt
Ein Lager für hochradioaktiven Abfall wie hier in Gorleben wollen Einwohner der südlichen Müritzregion unbedingt verhindern.
Ein Lager für hochradioaktiven Abfall wie hier in Gorleben wollen Einwohner der südlichen Müritzregion unbedingt verhindern. Björn Vogt
Wredenhagen.

In die Debatte um ein mögliches Atommüll-Endlager in Wredenhagen (Ortsteil der Gemeinde Eldetal im Südwesten des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte) kommt nun Fahrt. Die Einwohner des Ortes und der umliegenden Dörfer werden dazu am Sonntag Post von Sam Bohr aus Neukrug erhalten. Er wolle nicht warten, bis das Nachbardorf Wredenhagen als Standort für solch ein Endlager feststehe, teilt er unter anderem in dem Schreiben mit. Er lade deshalb alle Einwohner am Montag, 5.  August, zu einer Info-Veranstaltung ins Wredenhagener Gemeindezentrum ein. Dort werde dann auch Jochen Stay von der Anti-Atom-Organisation „ausgestrahlt – gemeinsam gegen atomenergie“ wertvolle Tipps für ein Engagement gegen ein Endlager geben.

Dir Initiative „ausgestrahlt“ hat auf ihrer Internetseite eine Karte veröffentlicht, derzufolge Orte im Kreis Ludwigslust-Parchim sowie Wredenhagen in der Mecklenburgischen Seenplatte Möglichkeiten für ein Endlager bieten. Hinzu kommt eine große Region im Südwesten des Landes, die eine für Endlager günstige Gesteinsformationen aufweist. Als Grundlage für die Karte dienten allerdings Studien, die einige Jahrzehnte alt sind. Die Bundesgesellschaft für Endlagerungen mbH (BGE) ist seit knapp zwei Jahren auf der Suche nach einem geeigneten Standort. Dieses Prozedere soll noch bis 2020 dauern. Manfred Pitann, Bürgermeister von Wredenhagen, bezeichnete die Möglichkeit eines Atommüll-Lagers in der Gemeinde als „ganz furchtbar“.

Standortsuche noch in sehr frühem Stadium

Darauf ist auch das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) aufmerksam geworden, das wiederum das Standort-Auswahlverfahren reguliert und die Beteiligung der Öffentlichkeit organisiert. Es sandte dem Bürgermeister ein Schreiben, das dem Nordkurier vorliegt. Darin heißt es unter anderem, dass sich das Standortauswahlverfahren derzeit in einem sehr frühen Stadium befinde. „Es stehen derzeit keine Regionen oder Kommunen zur Diskussion“, heißt es weiter. Erst Mitte 2020 rechne man mit ersten konkreten Ergebnissen, die im ,Zwischenbericht Teilgebiete‘ veröffentlicht werden, sagte BfE-Pressereferent Andreas Hinz auf Nachfrage. Zugleich wird in dem Dokument auch eine Dialogveranstaltung angeboten. Dort sollen dann Vertreter des Bundesamtes das Verfahren, die Akteure sowie den aktuellen Stand der Arbeiten darstellen und mit den Bürgern diskutieren.

„Ich will das Angebot annehmen“, sagt Manfred Pitann, der noch keinen Terminvorschlag gemacht hat. Er möchte, dass die Fachleute gleich zwei Mal nach Wredenhagen kommen: Einerseits sollen sie die Bürger informieren und andererseits im Amtsausschuss Rede und Antwort stehen.

Bürgermeister kündigen Protest-Briefe an

Doch einigen Bürgermeistern reicht das nicht. So regte Kieves Gemeindeoberhaupt Christine Jantzen an, ein Schreiben aufzusetzen, in dem sie ihre Ablehnung ausdrücken. Auch Manfred Pitann stimmte dem zu. Zugleich wies er darauf hin, dass Röbels Bürgermeister Andreas Sprick sowie Rechlins Gemeinde-Chef Wolf-Dieter Ringguth als Mitglied im Landestourismusverband ebenfalls ein Kontra-Schreiben aufsetzen.

Dass es wichtig ist, sich frühzeitig zu informieren und auch einzumischen, macht Jochen Stay von „ausgestrahlt“ deutlich: „Wenn der ,Zwischenbericht Teilgebiete‘ raus ist, gibt es drei Treffen innerhalb von sechs Monaten.“ Danach sei eine Stellungnahme nötig. Der Knackpunkt: Bei diesen Treffen sitzen z. B. Experten des BfE neben ehrenamtlichen Bürgermeistern der betroffenen Gebiete. Allerdings hätten Letztere oft nicht die nötigen Kenntnisse noch die Zeit, um sich umgehend mit der Thematik auseinanderzusetzen, so Stay.

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Kommentare (2)

Bevor man hier neue Standorte aufmacht, kann man auch gleich im ehm. AKW Rheinsberg das Depot wieder aufmachen. Merkel und Rest-CDU werden das wieder durchsetzen. Guckt euch das mit dem DDR-Atommüllager Morsleben an, da hat Merkel schön die Atommüllbehälter im freien Fall eingelagert. Und nach Recht und Gesetz, wird hier in Deutschland schon lang nicht mehr gehandelt. Ob Atommüll oder Flüchtlinge, die Polit-Verbrecher drücken das einfach durch.

doch genügend stillgelegte trockene Bergwerke warum nicht da rein - oder Tongruben - warum hier im Norden mit den hohen Grundwasserständen und leichten Böden