URLAUB IN CORONA-ZEITEN

Zahllose Urlauber in der Müritzregion, aber nicht überall

Die Müritzregion kann sich momentan trotz bzw. wegen des Coronavirus vor Besuchern kaum retten. Der Nordkurier hat sich einmal umgehört, wer davon profitiert – und wer (noch) nicht.
Am Warener Stadthafen sind die Restaurants gut mit Gästen gefüllt.
Am Warener Stadthafen sind die Restaurants gut mit Gästen gefüllt. Nadine Schuldt
Die Bären in Stuer hatten trotz Corona-Krise im Juni schon fast so viele Besucher wie im Vorjahresmonat.
Die Bären in Stuer hatten trotz Corona-Krise im Juni schon fast so viele Besucher wie im Vorjahresmonat. Bärenwald/Maria Andresen
Das Müritzeum verzeichnet steigende Besucherzahlen und öffnet ab Mittwoch, 1. Juli, wieder täglich von 10 bis 1
Das Müritzeum verzeichnet steigende Besucherzahlen und öffnet ab Mittwoch, 1. Juli, wieder täglich von 10 bis 19 Uhr. NK-Archiv
Waren.

Mit Beginn der Sommerferien in Mecklenburg-Vorpommern und fünf weiteren Bundesländern sowie durch die Aufhebung der deutschlandweiten Reisebeschränkungen wollen nun viele Menschen in MV Urlaub machen. Doch die Besucherströme verteilen sich ganz unterschiedlich. „Wir erleben zurzeit einen nie dagewesenen Nachfrageschub nach Urlaub in Deutschland”, heißt es etwa auf der Homepage des Charterboot-Unternehmens Kuhnle. Soll heißen: Das Unternehmen ist vom 4. Juli bis Ende August ausgebucht – keines der 160 Boote ist in diesem Zeitraum verfügbar.

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Allerdings befinde man sich noch nicht wieder auf dem Niveau des Vorjahres. „Mit der gestiegenen Nachfrage können wir nicht die Ausfälle der vergangenen zwei Monate kompensieren”, sagt Dagmar Rockel-Kuhnle, Presseverantwortliche bei Kuhnle-Tours. Die meisten Gäste kämen aus Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. „Unter den Urlaubern war bislang noch niemand aus dem Kreis Gütersloh oder Warendorf, den wir zurückschicken mussten”, sagte Dagmar Rockel-Kuhnle.

Mehr Bayern und Baden-Württemberger als sonst zu Gast

Mit dem Wegfall der deutschlandweiten Reisebeschränkungen sind auch im Bärenwald Müritz die Besucherzahlen nach oben geschnellt: Sie liegen mit bisher rund 13.300 Besuchern im Monat Juni in etwa auf dem Niveau des Juni 2019. „Das ist für uns eine gute Entwicklung, nachdem wir, wie andere touristische Unternehmen coronabedingt auch, einen Einbruch der Besucherzahlen verkraften mussten”, so Winnie Rösner, Betriebsleiterin des Bärenwald Müritz. Vor allem Einheimische aus der Seenplatte und aus ganz Mecklenburg-Vorpommern kamen im Juni in den Bärenwald Müritz, aber auch viele Touristen aus Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen.

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Neu war im Juni, dass viel mehr Besucher als sonst aus Bayern und Baden-Württemberg den Müritz-Bären einen Besuch abstatteten. „Das ist sicherlich dem Umstand geschuldet, dass viel mehr Deutsche derzeit Urlaub im eigenen Land machen. Es ist schön, dass der Bärenwald Müritz auch bei ihnen als Ausflugsziel offenbar ganz oben auf der Liste steht”, so Winnie Rösner weiter. Sie sei froh darüber, dass sich die allermeisten Besucher diszipliniert an die Corona-Regelungen wie das Tragen der Masken und das Einhalten der Abstandsregeln im Besucherzentrum halten, während der Besuch im Bären-Park völlig „maskenfrei” möglich ist.

Müritzeum fehlen Schulklassen und Tagestouristen

Diszipliniert seien auch die Besucher des Müritzeums. „Sie halten sich an die Maskenpflicht und an die Abstandsvorgaben”, sagt Karin Franz, Presse- und Marketingverantwortliche. Auch in ihren Augen sei deutlich zu spüren, dass Ferien und damit mehr Urlauber unterwegs seien. Angesichts gestiegener Urlauberzahlen in der Region hat das Müritzeum ab Mittwoch, 1. Juli wieder voll geöffnet. Allerdings bewege sich die Besucherzahl im Juni immer noch weit unter dem Vorjahresniveau. „Es fehlen uns die Schulklassen, die aus ganz MV zu uns kommen”, sagt Franz, die sich mit genauen Zahlen zurückhielt.

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Darüber hinaus fehlen ihnen auch die Tagestouristen – besonders diejenigen, die aus Nordbrandenburg und Berlin gerne zu ihnen kommen würden. Sie sei jedoch optimistisch, dass der Juli an das Vorjahresniveau anschließe. Dabei weist sie darauf hin, dass sie maximal 200 Menschen zur gleichen Zeit ins Müritzeum dürfen. „Unter dieser Maßgabe könnte es in den nächsten Wochen häufiger zu Schlangen vor dem Gebäude kommen”, machte sie deutlich.

Kletterwald erst bei Hälfte der Besucherzahlen des Vorjahreszeitraums

Das ist beim Warener Kletterwald derzeit nicht der Fall. Wie es von René Drühl, einem der beiden Inhaber heißt, bewegen sich die Besucherzahlen bei 50 Prozent des Vorjahresniveaus. Wie dem Müritzeum fehlen auch ihnen die Schulklassen, die sonst im Zuge von Ferienfreizeiten oder Klassenfahrten nach Waren kamen und im Kletterwald vorbei schauten. Selbstverständlich sei, dass sie nun auch die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen einhalten. Dazu gehört das Tragen sowohl von Handschuhen als auch von Mundschutz, wenn sie die Gäste mit einem Klettergurt einkleiden. Damit wieder genügend Gäste in den Kletterwald kommen, hat er eine einfache Lösung. „Man muss den Leuten die Angst nehmen”, sagt René Drühl.

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Vielleicht gelingt das mit den vielen Fernsehbeiträgen, die in den kommenden Tagen und Wochen in verschiedenen Fernsehkanälen ausgestrahlt werden. Los geht es bereits am Sonntag um 17 Uhr mit dem ZDF. Da taucht im ZDF-Länderspiegel in der Rubrik „Deutschlandreise” ein Beitrag über Urlaub mit einem Charterboot auf. Am Montagmorgen ist das Thema in der ZDF-Sendung „Volle Kanne” und abends um 17 Uhr in der Pro-Sieben-Sendung „Taff” präsent. Am Dienstagmorgen werde dann im Frühstücksfernsehen thematisiert, worauf bei einem Urlaub mit einem Charterboot achten müsse, so Dagmar Rockel-Kuhnle.

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