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Zechprellerei – ein neuer Trend in Hotels

Zimmer beziehen, aber nicht bezahlen: Ein strafbares Delikt, das offenbar immer mehr Nachahmer findet.
Zimmer beziehen, aber nicht bezahlen: Ein strafbares Delikt, das offenbar immer mehr Nachahmer findet.
Mascha_Brichta

Einchecken und abhauen – wo gibt‘s denn so was? An der Müritz. Auch hier kommt es wiederholt vor, dass Hotelgäste die „Zeche“ prellen.

Sie kommen mit ihren Köfferchen an die Rezeption, machen einen netten Eindruck – und am nächsten Morgen das böse Erwachen. Die benutzten Hotelbetten leer, die Kasse auch, denn die „lieben Gäste“ sind verschwunden und die Rechnung ist nicht bezahlt. Sogenannte Hotelnomaden checken ab und zu auch an der Müritz ein. An Deutschlands größtem Binnensee ein eher unangenehmes Thema, wie es scheint. Denn manche Hoteliers, wie in Röbel, sind auf die Frage nach Hotelnomaden kurz angebunden. Schlechte Erfahrungen mit der Polizei bereits bekannten Leuten, die sich mit gefälschten Papieren anmelden, sind der Grund dafür. Aber das kommt nicht nur in Röbeler Hotels vor.

Im Hotel „Zur Goldenen Kugel“ in Warens Altstadt beispielsweise ist das eigentlich nicht so einfach, denn hier verlangt man den Ausweis vorher zu sehen. Auf Aussagen wie „Den habe ich vergessen“ wird sich das Hotelteam hier nicht mehr gutgläubig verlassen, denn so manches Mal steckte schon böse Absicht dahinter, erzählt Hotelchefin Katja Jedwillat. Dann bleibe nur die Anzeige gegen Unbekannt, und diese meist ohne Erfolg.

Im Iberotel am Fleesensee geht man schon in Vorkasse. Wie Karl-Heinz Hotz von der Hotelleitung informiert, wird den Gästen schon mit der Buchung per Kreditkarte die Hotelrechnung abgezogen. Und lässt „wenigstens“ jemand ab und zu doch mal ein kleines Handtuch oder einen Aschenbecher aus dem Iberotel mitgehen? „Wir sind inzwischen so schlau, keine Logos auf unsere Ausstattung drucken zu lassen“, so Hotz. Denn derlei Diebe haben es meist auf das Fetisch „Iberotel“ abgesehen, das sich im Logo manifestiert. Hotz lässt auch durchblicken, dass das Ibero-Klientel es nicht nötig habe, ein Handtuch ungefragt in die Tasche zu stecken.

Kati Strasen vom Hotel Kleines Meer in Waren meint „Zum Glück hat unser Haus seit den letzten Jahren nichts mehr mit Zechprellern zu tun. Meine Mitarbeiter sind sensibilisiert und haben entsprechende Anweisungen, wie sie sich in bestimmten Situationen zu verhalten haben!“