WOLFSSICHTUNG

Zeigt dieses Foto den ersten Wolf bei Möllenhagen?

Immer wieder wurde in und rund um Möllenhagen gelegentlich von Wolfssichtungen gesprochen. Ein Beweis lag nicht vor – bis jetzt.
Zeigt die Aufnahme einer Wildkamera einen Wolf? Wolfssichtungen müssen in MV nicht obligatorisch gemeldet werden.
Zeigt die Aufnahme einer Wildkamera einen Wolf? Wolfssichtungen müssen in MV nicht obligatorisch gemeldet werden. ZVG
Möllenhagen ·

Ein hundegroßes Tier mit grauem Fell und dem für Wölfe typischen, fast schnurgerade herunter hängendem Schwanz tauchte am 10. Februar gegen 17.30 Uhr vor einer Wildkamera eines Jägers im Bereich Lehsten und Groß Varchow auf. Einwohner sind nach Nordkurier-Informationen überzeugt, dass die Optik nicht nur einem Wolf ähnelt, sondern es sich bei dem Tier vor der Kamera um einen Wolf handelt.

Es ist der Beweis, gebannt auf Foto, der bislang zur Glaubwürdigkeit fehlte, meinte Thomas Diener (CDU) in seiner Funktion als Bürgermeister der Gemeinde Möllenhagen. Denn Meldungen über vermeintliche Wolfssichtungen habe es in der Vergangenheit bereits gegeben, sagte er. Nun aber liege der erste Bildbeweis vor, sagte der Amtsvorsteher des Penzliner Amtes.

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Wolfsvorkommen nicht offiziell bestätigt

Dem Landwirtschaftsministerium ist nach Aussagen von Sprecher Claus Tantzen keine Wolfssichtung in diesem Bereich bekannt, erklärte dieses auf Nordkurier-Nachfrage. „Seit circa einem Dreivierteljahr gibt es immer wieder einmal Hinweise aus der Region Penzlin“, so Tantzen. Die Indizien hätten jedoch nicht gereicht, um ein neues Wolfsvorkommen zu bestätigen.

Dazu hätte es laut Ministerium über einen Zeitraum von sechs Monaten sogenannte C1-Hinweise geben müssen. Darunter verstehen Experten eindeutige Nachweise, die „harten Fakten“, zu denen unter anderem einen Lebendfang, ein Totfund, ein genetischer Nachweis, Fotos beziehungsweise Videos sowie eine Telemetrieortung. Bisher sei das nicht der Fall gewesen, bekräftigt Tantzen.

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Ob es sich tatsächlich um einen Wolf handelt und er vielleicht sogar zu einem Rudel aus der Region gehört, ist unklar. Eine konkrete Aussage vom Ministerium kommt dazu nicht, da „die Wolfsichtung selbst oder gar DNA von dem angesprochenen Tier unbekannt ist“. Läge genetisches Material vor, könnte ein Abgleich mit bereits bekannten Wolfsvorkommen möglich.

Seit dem Jahreswechsel immer mehr Meldungen

Im Bereich der Müritz gibt es laut Ministerium aktuell drei bestätigte Wolfsrudel: eines in Nossentiner Heide mit drei bekannten Welpen im Jahr 2020, eines im Bereich der Müritz mit drei bestätigten Welpen im Vorjahr und seit letztem Jahr auch ein Rudel in Wokuhl mit fünf bestätigten Welpen 2020.

Seit dem Jahreswechsel häufen sich laut Landwirtschaftsministerium MV die Meldungen zu Sichtungen von Wölfen. Ursache dafür ist eine Umstrukturierung in den bestehenden Wolfsrudeln: Einjährige Wölfe unternehmen beispielsweise immer weitere Ausflüge abseits des elterlichen Kernterritoriums bis hin zur vollständigen Abwanderung auf der Suche nach neuen eigenen Territorien zur dauerhaften Ansiedelung. Wie viel Wegstrecke die Tiere dabei zurücklegen, ist unterschiedlich. Nachweisbar sind etwa Strecken von rund 1500 Kilometern.

Was nun mit den Aufnahmen des Jägers passiert, ist fraglich. Die Aufnahmen müssen in MV nicht zwangsläufig gemeldet werden – anders als beispielsweise in Sachsen, wo (vermeintliche) Sichtungen zum Monitoring gemeldet werden müssen.

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Kommentare (1)

die einschlägigen Insider mal auf die Suche machen nach dem HARTEN FAKT Wolfskacke, der sich dann genüsslich im Labor auf entsprechende DNS untersuchen lässt.