Wurm-Larven gefunden
Baden in der Müritz kann Hautausschlag verursachen

Um die Badewasserqualität zu bestimmen, werden von Mitarbeitern der Kreisverwaltung regelmäßig Proben genommen.
Um die Badewasserqualität zu bestimmen, werden von Mitarbeitern der Kreisverwaltung regelmäßig Proben genommen.
NK/Archiv

Gerade wird vor Vibrionen in der Ostsee gewarnt. Doch auch nach dem Bad in der Müritz können rote juckende Flecken auftreten. Offenbar sind derzeit besonders viele Zerkarien im Wasser.

Wegen der Hitze der vergangenen Wochen ist die Gefahr von Zerkarien in naturnahen Badegewässern wie der Müritz gestiegen. „Ab Wassertemperaturen über 20 Grad muss in Gewässern, in denen Wasserpflanzen, Wasservögel und Schnecken leben, mit Zerkarien gerechnet werden”, sagte Kreissprecherin Heidrun Pergande am Donnerstag dem Nordkurier. Diese winzigen Larven von kleinen Saugwürmern seien für den Menschen in der Regel ungefährlich, könnten jedoch die sogenannte Badedermatitis auslösen.

Und seit Wochenbeginn kam es bei Badenden in Klink (Müritz) vermehrt zu juckenden Hautirritation; betroffen waren insbesondere Kinder. Das Gesundheitsamt des Landkreises hat daraufhin Untersuchungen durchgeführt und verschiedene Wasserproben entnommen. Hierbei wurden – wie vermutet – Zerkarien nachgewiesen. Auch Badende in der Müritz hätten inzwischen über rote Flecken und juckenden Hautausschlag berichtet. „Inzwischen wurden Proben genommen. Wir rechnen am Donnerstagnachmittag mit den genauen Laborwerten”, stellte Haidrun Pergande in Aussicht. Zerkarien in den Gewässern seien nicht meldepflichtig. Diese Larven seien immer im Wasser. Doch nicht in diesen Mengen. Denn durch die Wärme würden sie sich stark vermehren.

Der Mensch ist ein Fehlwirt

Normalerweise sind Wasservögel als Endwirt das Ziel der Zerkarien. Beim Baden können sich diese auch in die Haut des Menschen hinein bohren. Da der Mensch jedoch ein „Fehlwirt” sei, kommen sie nicht weit und bleiben in der Hautoberfläche stecken und sterben nach kurzer Zeit ab. Beim ersten Kontakt mit den Larven erfolgt nur eine geringe Hautreaktion. Erst bei weiteren Kontakten könne es zu einer stärkeren Abwehrreaktion kommen.

Auch andere Gefahren gibt es: Die Kontrolleure vom Gesundheitsamt des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte haben bislang Blaualgen im Melzer See festgestellt, so Pergande. Entsprechende Warnhinweise sind an der Badestelle angebracht worden.

Die derzeit in der Ostsee akut vermehrt aufgetauchten Vibrionen gelten dagegen in unseren Breiten als ausgeschlossen, da diese das leicht salzige Brackwasser bevorzugten, so Pergande.