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Zu viele tote Jungstörche in diesem Jahr

Noch halten sich Weißstörche und ihre Jungen in der Region um Waren auf. Fraglich ist nur, wie lange.

Als Ornithologe schaut Hans-Dieter Graf jeden Tag nach dem Rechten in der Natur und beobachtet dabei ganz genau die Veränderungen in der Vogelwelt. Zu seinen Aufgaben gehört auch das Zählen der Störche in der Region um Waren. Jedes Jahr im Juli macht sich der Naturliebhaber auf, um die Brutpaare zu suchen und den Bestand zu notieren. Dabei muss Hans-Dieter Graf viele Veränderungen im Wohnraum der Tiere feststellen: „Es gibt eine ganz klare Erklärung dafür, warum die Brutpaare zurückgehen – die Struktur der Nutz- und Grünflächen sind schlechter geworden. Auch die Substanz der Brutstätten ist so schlimm, dass den Störchen künstliche zur Verfügung gestellt worden sind“, erzählte der Ornithologe.

Seit 1967 fühlt er sich für diese Aufgabe berufen: „Ich habe damit eine Beschäftigung fürs Leben gefunden und fahre sehr gerne jedes Jahr aufs Neue die Brutstätten ab.“ Insgesamt gab es in diesem Jahr 21 Horstpaare, wovon 17 erfolgreich Junge aufzogen. Vier Paare blieben gänzlich ohne Nachwuchs. „Es ist erschreckend, wie wenig Brutpaare wir in diesem Jahr gezählt haben. Wenn das so weiter gehen sollte, ist es nur ein Frage der Zeit, wie es mit den Weißstorchen in dieser Region bestellt ist“, klagt Hans-Dieter Graf. Besorgt ist der Storchenkenner allerdings nicht nur über die geringe Zahl der Brutpaare: „In diesem Jahr gab es zu viele Jungvögel, die zu Tode kamen. Ganze 13 Jungen sind in dieser Brutperiode umgekommen. Das sind eindeutig zu viele.“