MUNITIONSBERGUNGSDIENST SEENPLATTE

Zu wenig Munitionsberger, dafür ein neuer Löschroboter

Der Truppe fehlt es an Personal. Deshalb dauert vieles viel länger, als es dem Ordnungsamt lieb ist.
Der neue unbemannte Löschroboter der Feuerwehr im Landkreis Seenplatte.
Der neue unbemannte Löschroboter der Feuerwehr im Landkreis Seenplatte.
Der Löschroboter wurde an der Feuerwehr-Zentrale in Neuendorf vorgeführt.
Der Löschroboter wurde an der Feuerwehr-Zentrale in Neuendorf vorgeführt.
Neubrandenburg.

Das Gelände rings um Granzin im Müritz-Nationalpark gilt als die größte munitionsbelastete Fläche im Landkreis Seenplatte. Und als die einzige, für die für den Fall eines Waldbrandes ein Sondereinsatzplan erarbeitet wird. So die Auskunft aus dem Landratsamt auf eine Anfrage der Kreistagsfraktion der Grünen.

Die wollten das genau wissen – in Auswertung des vernichtendes Feuers im vergangenen Jahr, als rings um Lübtheen im Westen Mecklenburgs Wälder brannten, in denen jede Menge Munition im Boden steckte. Der Einsatzplan für Granzin werde gegenwärtig aktualisiert, bis April, so das Versprechen von Thomas Müller, dem verantwortlichen Dezernenten in der Kreisverwaltung, liege der auf dem Tisch.

Viele Hektar mit Munition belastet

Dass es an anderen „scharfen“ Stellen des Landkreises an genauer Vermessung und ganz genauer Gefahreneinschätzung noch hapert, missfalle auch der Kreisverwaltung, lässt Müller wissen. Und erklärt das Dilemma: Der zuständige Munitionsbergungsdienst verfüge über zu wenige Kapazitäten, händeringend werde dort nach Personal und Fachleuten gesucht.

Immerhin: 7,5 Prozent der Waldfläche im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gelten als munitionsbelastet, in absoluten Zahlen 10.000 von 132.000 Hektar. Zwar kein Wald, aber als munitionsbelastet gilt sogar der komplette Neubrandenburger Tollensesee – weil an dessen Ufern einst eine Torpedoversuchsanstalt ihr Unwesen trieb.

Neue Löschfahrzeuge für Waldbrände geplant

Nach Einschätzung der vorgesetzten Dienststelle im Landratsamt sind aber die Feuerwehren an der Seenplatte personell so ausgestattet, dass sie in der Lage sind, Brände in munitionsbelasteten Gebieten zu bekämpfen. Und um die Gefahr für Löscher und Retter zu minimieren, hat der Landkreis noch mal tief in die Tasche gegriffen und für viel Geld unbemannte Technik gekauft.

Darunter ein sogenannter Löschroboter, der per Fernbedienung gesteuert wird. Das kleine Kettenfahrzeug vermag Hunderte Meter in den Wald „einzudringen“, Schlauch hinter sich herzuschleppen und über viele kleine Düsen einen „Wasservorhang“ zu legen, um Feuer einzudämmen. Damit aber noch nicht genug, das Land Mecklenburg-Vorpommern plant die Beschaffung von zwei speziellen Waldbrand-Tanklöschfahrzeug vom Typ Brandenburg, eines davon soll seinen Platz im Landkreis Seenplatte erhalten.

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Kommentare (1)

Der "Löschroboter" ist kein Roboter sondern eine ferngesteuerte Maschine. Roboter führen Handlungen laut Definition selbständig bzw. automatisch aus. Wäre mal interessant wieviel Mann zur Bedienung notwendig sind und wie gut sie den Schlauch durch unebenes Gelände ziehen kann.