Valentinstag

:

Zum Lieben braucht es an der Müritz keinen besonderen Tag

Ines und Matthias Colmsee und ihre Tochter Sophie gönnen sich eine kleine Auszeit vom Alltag und genießen das schöne Wetter im Warener Yachthafen. Blumen gibt es heute aber nicht.
Ines und Matthias Colmsee und ihre Tochter Sophie gönnen sich eine kleine Auszeit vom Alltag und genießen das schöne Wetter im Warener Yachthafen. Blumen gibt es heute aber nicht.
Nadine Schuldt

Am Valentinstag schlagen besonders die Herzen von Verliebten höher. Aber ist das auch in Waren so? Wir haben uns mal auf der Straße umgehört.

Parfüm, Blumen oder romantischer Kerzenschein – in Waren scheinen solche Geschenke am heutigen Valentinstag nicht sehr angesagt zu sein. „Ich habe die Blumen schon am Montag erhalten“, sagt Dorit Kahl. Der Warenerin bedeutet der Valentinstag nicht sehr viel. „Ich gehe davon aus, dass mich mein Mann auch ohne diesen Tag schätzt“, sagt die 64-Jährige. Das werde ihr das ganze Jahr über bewiesen. Er bereite ihr unabhängig von irgendwelchen Feiertagen immer wieder eine Überraschung. Allerdings habe sie am Herrentag auch immer eine Kleinigkeit für ihn parat, sagt Dorit Kahl und schmunzelt.

Knut Zelms kann dem Valentinstag, der eigentlich ein christlicher Festtag zu Ehren eines oder mehrerer früherer Heiliger namens Valentin(us) ist, auch nicht so viel abgewinnen. „Ich bin mit dem Ereignis nicht groß geworden“, sagt der 62-Jährige. Er sei seiner Ehefrau gegenüber das ganze Jahr aufmerksam und schenke ihr hin und wieder auch eine kleine Aufmerksamkeit. „Mindestens einmal im Monat gibt es einen Blumenstrauß“, sagt Knut Zelms. Er brauche keinen speziellen Tag, um seiner Frau eine Überraschung zu machen. Am Valentinstag denke er auch an alle anderen Personen, die ihm am Herzen liegen wie beispielsweise seine Kinder und Enkelkinder.

Aufmerksamkeit nur aus Pflichtgefühl?

Theresa Scheunemann schenkt sich mit ihrem Partner ebenfalls nichts an diesem Tag. „Mir ist der Tag zu kommerziell“, sagt die 52-Jährige, die in Waren ein Hotel betreibt. Spezielle Arrangements für Verliebte könne sie das ganze hindurch machen, erläutert sie aus unternehmerischer Sicht. Persönlich finde sie, dass ein Liebesbekenntnis aus dem Gefühl heraus kommen sollte, aber nicht weil es der Valentinstag sei. „An dem Tag, an dem ich empfinde, meinem Partner eine Freude zu machen, sollte ich es tun“, sagt Scheunemann. Weil der Valentinstag als Tag der Verliebten stets in den Medien präsent ist, glaube sie, dass viele Leute an diesem Tag ihren Partnern nur aus Pflichtgefühl eine Aufmerksamkeit mit nach Hause bringen.

Ines und Matthias Colmsee ist der Valentinstag einerlei. „Wir feiern ihn nicht, aber wir haben auch nichts dagegen“, erklären sie. Allerdings lehnen sie das Blumenkaufen an diesem Tag ab, sagen sie und lachen. Die beiden verbringen mit ihrer Tochter Sophie momentan einige Ferientage in der Müritzregion. An der Warener Nordmole hatte es sich die Familie am Dienstagnachmittag auf einer Bank gemütlich gemacht und den herrlichen Sonnenschein an der zugefrorenen Müritz genossen.

Kommentare (1)

Interessant ist, dass dieser "christliche Festtag", obwohl wir schon lange christianisiert wurden, in Deutschland dann erst in den 1950er Verbreitung fand - wikipedia verweist darauf, dass der "Brauch" zuerst in der us-amerikanischen Besatzungszone eingeführt wurde. Man darf sich ruhig einmal umschauen, was an diesem 14. Februar in Deutschland noch so alles geschah - insbesondere an schwersten Kriegsverbrechen. Aber dann könnte man zu dem Schluss kommen, dass der Valentinstag, "der Feiertag der Blumenhändler, Süßwarenindustrie und Liebenden" installiert wurde, um ein unfaßbares Verbrechen zu übertünchen. Und während wir uns also nach amerikanischem Brauch mit Blumen und Schokolade beschenken, werden jene, die es vorziehen an das Verbrechen zu erinnern, als Unmenschen stigmatisiert.