Landtagswahl 2021

Zuschauer erleben faire Wortgefechte der Politiker

Auf der Warener Freilichtbühne gab es das einzige Aufeinandertreffen der Müritzer Landtagskandidaten. Dies nutzten die Bürger, um wichtige Themen anzusprechen.
Sieben auf einen Streich: Bis auf einen kamen alle Direktkandidaten des Wahlkreises 20 zum Forum des Nordkurier.
Sieben auf einen Streich: Bis auf einen kamen alle Direktkandidaten des Wahlkreises 20 zum Forum des Nordkurier. Miriam Brümmer
Aus Röbel waren Bürger angereist, um auf den niedrigen Wasserstand der Müritz hinzuweisen.
Aus Röbel waren Bürger angereist, um auf den niedrigen Wasserstand der Müritz hinzuweisen. Miriam Brümmer
Waren

Die Warener Freilichtbühne war am Donnerstagabend Schauplatz verbaler Duelle um die Gunst der Wählerinnen und Wähler am 26. September. Sieben von acht Landtagswahlkandidaten folgten dem Ruf in die Müritzer „Polit-Arena“. Beim Forum – in Zusammenarbeit von Europäischer Akademie, dem Regionalzentrum für demokratische Kultur MSE und dem Nordkurier organisiert – wollten sich über 100 Stimmberechtigte einen Eindruck von den Politikern verschaffen, die sich im Wahlkreis 20 nach der Landtagswahl um die Interessen der Müritzer kümmern wollen.

Einigkeit in Sachen Lehrer

Vollmundige Versprechen drangen da von den souverän aufgetretenen Kandidaten Erem Bischoff (Grüne), Thomas de Jesus Fernandes (AfD), Nadine Julitz (SPD), Jörg Krüger (Freie Wähler), Enrico Malow (CDU), Elke-Annette Schmidt (Linke) und Michael Weber (FDP) ins potenzielle Wählerohr. Zwar gab es bei sieben Kandidaten ein Vielfaches mehr an Meinungen und Wegen, wie die gesteckten Ziele erreicht werden sollen, doch auf grundlegenden parteiübergreifenden Konsens mussten Zuhörer nicht lange warten: Die Einstellung von mehr Lehrern gehört dazu. Mehr Fachkräfte und bessere Arbeitsbedingungen sollen obendrein den Pflegenotstand mindern. Familien mit mittleren und niedrigen Einkommen sollen dafür stärker entlastet werden.

Die Müritz macht Sorgen

Nicht explizit in den Wahlprogrammen erwähnt war eine Antwort auf die Frage des Röbelers Stefan Kittel. Er sorgt sich um den Pegelstand der Müritz. Das Wasser verdunste nicht nur, sondern gehe auch durch nach seiner Ansicht falsche Wasserbewirtschaftung durch Schleusen und defekte Wehre verloren. Das bringe Beeinträchtigungen für das ökologische Gleichgewicht, die Rettungskräfte, Schifffahrt, Tourismus und Weiteres mit sich. Alle Kandidaten betonten die Wichtigkeit dieser Frage; Erem Bischoff führte ein von den Grünen beabsichtigtes Investitionsprogramm für Wassertourismus ins Feld.

Wie viel bringt das Ehrenamt?

Viele Themen berührten die Gemüter der Zuschauer. Die Frage von Warens FDP/MUG-Chef Toralf Schnur bewegte aber wohl die meisten: Er fragte nach den monatlichen Einkünften aus ehrenamtlicher Arbeit. Für das Publikum lieferte aber nicht Erem Bischoff oder Jörg Krüger mit null Einnahmen aus ehrenamtlichen Tätigkeiten/politischen Ämtern die überraschende Antwort, sondern CDU-Kandidat Enrico Malow. Mit Hinweis auf seine Ämter als Amtsvorsteher im Amt Seenlandschaft Waren, als Bürgermeister der Gemeinde Grabowhöfe, stellvertretender Wehrführer und Kreistagsmitglied kommen zu Malows Monatsgehalt noch rund 3000 Euro Aufwandsentschädigung im Monat dazu. Allein für seine Tätigkeit als Amtsvorsteher bekommt er 1500 Euro monatlich brutto – so viel wie in keinem anderen Amt um die Müritz. Elke-Annette Schmidt schätzte ihre monatliche Entschädigung auf rund 800 Euro; Nadine Julitz auf etwa 600 Euro und Michael Weber auf 86 Euro ein. De Jesus Fernandes sprach von 170 Euro zusätzlich, betonte aber zugleich, dass er die Entschädigung an „richtiges Ehrenamt“ weitergebe.

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