Kein Geld für Sanierung
Zwei neue Gebäude im Agroneum von Schäden bedroht

Anke Gutsch, Leiterin des Agroneums, vor der Traglufthalle, die schon öfter zusammengefallen ist. Wie lange die Kunststoffhaut durchhält, weiß niemand. Auch der Hersteller nicht, denn es gibt kaum andere Hallen, die einen ähnlichen Dauerbetrieb wie im Agroneum aushalten müssen. Foto: Petra Konermann
Anke Gutsch, Leiterin des Agroneums, vor der Traglufthalle, die schon öfter zusammengefallen ist. Wie lange die Kunststoffhaut durchhält, weiß niemand. Auch der Hersteller nicht, denn es gibt kaum andere Hallen, die einen ähnlichen Dauerbetrieb wie im Agroneum aushalten müssen. Foto: Petra Konermann
Petra Konermann

Das Agroneum kann stabile jährliche Besucherzahlen von rund 50 000 Gästen vorweisen. Dagegen treten bei zwei Gebäuden Probleme auf – und das, obwohl sie eigentlich zu jung dafür sind.

Nur wenige Jahre, nachdem im Alt Schweriner Agroneum die Traglufthalle und die Präsentationshalle eingeweiht wurden, sind beide schon beinahe marode. Bei der Traglufthalle besteht nach Angaben von Sabine Lauffer, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung des Landkreises und auch Chefin der Museen gGmbH, sogar die Gefahr, dass die Halle, die aus einer Luft befüllten Kunststoffhaut besteht, implodiert, quasi in sich zusammenfällt.

Anscheinend ein Konstruktionsfehler

Bei der Präsentationshalle sei es inzwischen sogar so weit, dass Wasser in das Stahlgerüst eindringt, aus dem das Gebäude konstruiert ist. Grund dafür ist nach ihren Angaben offenbar ein Konstruktionsfehler. „Das alles sind große Probleme. In der Gesellschafterversammlung der Museums gGmbH ist es bekannt, im Aufsichtsrat ebenso, da habe ich das ganze Dilemma thematisiert“, sagte Sabine Lauffer gegenüber dem Nordkurier. Nur machen, sagt sie, könne man im Moment nichts.

Denn die Gewährleistungsfristen für die Gebäude seien inzwischen abgelaufen, und die Firmen würden „gar nicht auf Schreiben reagieren“, so die Geschäftsführerin. Das, sagt sie, sei die Rechtslage. Sie erklärte, dass der Träger des Museums keine Mittel habe, beide Hallen wieder auf Vordermann zu bringen. „Dafür fehlt schlichtweg das Geld. Die Sanierung der Gebäude könnte der Landkreis Seenplatte nur mit Hilfe von Fördermitteln stemmen“, ist sich Sabine Lauffer sicher.

Vorläufer schon zu DDR-Zeiten gegründet

Im Juli 2012 wurde nach rund vier Jahren Bauzeit und mit 6,8 Millionen Euro Baukosten das umgestaltete Agroneum eröffnet, das unter dem Namen Agrarhistorisches Museum bereits zu DDR-Zeiten gegründet worden war und das die Entwicklung der Landwirtschaft in Mecklenburg thematisiert.

Wie das Problem mit den maroden Gebäuden zu lösen ist, weiß die Geschäftsführerin noch nicht. Es werde nun darüber nachgedacht, die Ausstellungsstücke aus der Traglufthalle heraus zu nehmen, Ausstellungsbereiche umzugestalten und den Traglufthallen-Exponaten wie Motorpflüge, Kleintraktoren, Mähmaschinen, Kutschen, Handwagen und Mopeds neue Plätze an anderen Agroneumsbereichen zu geben.

Müssen uns Gedanken machen

„Doch über kurz oder lang müssen wir uns Gedanken machen, wie wir mit den maroden Gebäuden umgehen“, sagte sie. Und: „Ich lade jedes Kreistagsmitglied ein, sich im Agroneum selbst ein Bild zu machen.