Guido Gabriel und Tochter Dominique Gabriel freuen sich auf das neue Tourismus-Projekt in Klink.
Guido Gabriel und Tochter Dominique Gabriel freuen sich auf das neue Tourismus-Projekt in Klink. ZVG/Gabriel
Die Bagger rollen und die Kräne drehen sich. Schon im Sommer sollen die ersten Ferienwohnungen fertig sein.
Die Bagger rollen und die Kräne drehen sich. Schon im Sommer sollen die ersten Ferienwohnungen fertig sein. ZVG/Gabriel
Die beiden historischen Ställe werden zu einem Hotel mit Restaurant und Ferienwohnungen ausgebaut. Dazu kommen drei neue
Die beiden historischen Ställe werden zu einem Hotel mit Restaurant und Ferienwohnungen ausgebaut. Dazu kommen drei neue Häuser mit Eigentumswohnungen. ZVG/Gabriel
Tourismus

Zwischen zwei Seen entsteht an der Müritz ein neues Hotel

Der ehemalige Schlossherr und Gastronom Guido Gabriel hat große Pläne. In Klink sollen Eigentumswohnungen entstehen und für zwei historische Ställe hat er ebenfalls Ideen.
Klink

Guido Gabriel ist wieder glücklich. In Jeans und schwarzer Motorradjacke klettert er über die Baustelle in Klink. „Ich habe über 30 Jahre Anzug getragen. Das reicht mir“, sagt der 59-jährige Gastronom. Die Bagger rollen, die Kräne drehen sich und die Bauarbeiter schwitzen. Ginge es nach Gabriel, könnte alles noch schneller ablaufen, denn schon im Sommer will er die ersten Gäste begrüßen.

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Investitionen von acht Millionen Euro geplant

Wo einst die Tennishalle stand, bevor sie im Sommer 2019 abbrannte, schießen nun drei Häuser aus dem Boden. „Das werden 18 Eigentumswohnungen. Jedes Haus hat eine Tiefgarage und einen Fahrstuhl“, erklärt Dominique Gabriel, die das Projekt gemeinsam mit ihrem Vater plant. Nach eigenen Angaben wollen sie etwa 8 Millionen Euro investieren und bis zu 18 Arbeitsplätze schaffen. Zusätzlich zu den Eigentumswohnungen, die im Herbst fertig sein sollen und für die es laut Guido Gabriel viele Anfragen und Reservierungen gibt, werden die beiden historischen Stallgebäude ausgebaut.

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Ein kleines Hotel passt in den ehemaligen Kuhstall

Im ehemaligen Pferdestall, der wie das Klinker Schloss 1898 gebaut wurde, sollen zehn Ferienwohnungen entstehen. Die Substanz ist schlecht. Es gibt Auflagen vom Denkmalschutz. „Aber ich habe mich in das Objekt verguckt. Es hat Charakter und man kann was draus machen“, sagt Guido Gabriel und skizziert mit Worten, wie die Räume mit einem Mix aus Industriestil und italienischem Design bald aussehen könnten. Alles soll seine Handschrift tragen. Von der Fliese bis zur Wandfarbe. „Ich möchte mich hier noch einmal verwirklichen“, sagt Guido Gabriel. Seine Reiselust und die Freude am Leben sollen die Gäste erfahren, wenn sie sich zwischen der Müritz und dem Kölpinsee entspannen und verwöhnen lassen wollen. Im alten Kuhstall, den viele Müritzer noch als Bowlingbahn kennen, wird auch keine ruhige Kugel geschoben. Auch hier rotieren die Handwerker, um Gabriels Traum vom kleinen Hotel mit14 Zimmern, Restaurant und Spa-Bereich wahr werden zu lassen.

Vielfalt der kulinarischen Welt im Restaurant

„BeHappy“ lautet der Name des Restaurants, wo der gelernte Koch mit einer modernen Crossover-Küche den Hotelgästen und auch anderen Urlaubern und Einheimischen die kulinarische Vielfalt der Welt mit heimischen Produkten schmackhaft machen möchte. „Es gibt zum Beispiel Japanische Pizza mit Wokgemüse, Koriander Chilipesto, hausgebeiztem und angeräucherten Yuzu Terrijaki Lachs und Wasabischaum“, erklärt Guido Gabriel das Konzept.Mittags bleibt das Restaurant geschlossen. Dafür rollt von 13 bis 17 Uhr der „BeHappy#2“ Streetfood-Wagen vor mit hausgemachten Süßigkeiten aus der Konditorei und Street Food Klassikern wie Chili con Carne oder Gesmokte Pute in BBQ-Sauce.

Zum Schluss kein Spaß mehr als Schlossherr

Auch das Hotel soll noch im Sommer eröffnet werden. Im April, spätestens im Mai will Guido Gabriel in die Vermarktung gehen. Bis dahin muss er noch viele Dinge abklären. Gerade steckt ein Container aus China beim Zoll fest. Kein unbekanntes Problem für den Geschäftsmann, der gut damit lebt, kleinere Brötchen zu backen als in seiner Zeit als Schlossherr. Die Schlösser in Groß Plasten und Klink sind verkauft, das Gutshaus in Klink auch. Gabriel hatte die Objekte groß und bekannt gemacht, zuletzt aber auch Probleme gehabt. „Mich hat das sehr belastet. Der Spaß ging verloren“, gibt er offen zu und freut sich nun, ein neues Kapitel aufzuschlagen.

Einige ehemalige Weggefährten wollen dabei sein und kehren dafür auch aus dem Ausland zurück an die Müritz. „Ich möchte mich mit Menschen umgeben und arbeiten, die mir gut tun“, sagt Guido Gabriel und steckt sich eine Zigarette an. Ein Laster braucht der Mensch.

 

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