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24 Tote durch Terror in Bagdad: Chef der Präsidentengarde stirbt

Bei Terroranschlägen auf Märkte und eine religiöse Versammlung von Schiiten sind in Bagdad am Mittwoch 24 Menschen getötet worden. Die Polizei zählte zudem 65 Verletzte.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen detonierten am Morgen zwei Autobomben auf Straßenmärkten in den Bezirken Al-Schaab und Al-Tobadschi. Weitere Bomben detonierten in den Bezirken Al-Amil, Al-Adhamija und Al-Hurrija. Im Innenstadt-Viertel Karrade wurde eine Andacht schiitischer Muslime Ziel der Terroristen.

Die Nachrichtenagentur Sumeria News meldete, Unbekannte hätten in der nördlichen Kurden-Stadt Suleimanija den Chef der Leibgarde von Staatspräsident Dschalal Talabani, Sarwat Raschid, getötet. Die Angreifer hätten ihn in seinem Haus erschossen, als er sich auf den Weg zum Flughafen machen wollte, um Talabani zu besuchen. Der irakische Präsident war im Dezember 2012 zur Behandlung in ein Berliner Krankenhaus gebracht worden. Er ist bisher nicht zurückgekehrt. Über seinen aktuellen Gesundheitszustand ist wenig bekannt.

In der nördlichen Stadt Mossul wurde laut Medienberichten ein Soldat erschossen. Ein Vertreter des Innenministeriums versprach Vertretern lokaler Stämme in Mossul am Mittwoch, die Regierung werde sie in ihren Bemühungen «im Kampf gegen den Terrorismus» unterstützen. Die Rekrutierung sunnitischer Bürgerwehren war einst Teil der Anti-Terror-Strategie der US-Truppen im Irak gewesen. Die irakische Regierung fuhr dieses Programm, das vielerorts von Stammesführern umgesetzt wurde, später wieder zurück.

Die Zahl der Terroranschläge hat im Irak seit Jahresbeginn wieder massiv zugenommen. Die meisten Anschläge gehen auf das Konto sunnitischer Terroristen. Grund für die Verschlechterung der Sicherheitslage ist der politische Streit zwischen dem schiitischen Regierungschef Nuri al-Maliki und den Parteien der Sunniten. Doch auch der Bürgerkrieg im benachbarten Syrien hat zu einer weiteren Eskalation der Lage beigetragen.