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43 Menschen sterben bei Bus-Katastrophe in Frankreich

Bei einem der schwersten Busunglücke in Europa sind bei Bordeaux 43 Menschen ums Leben gekommen. Der Reisebus mit einer Seniorengruppe an Bord kollidierte auf einer Landstraße rund 40 Kilometer östlich der französischen Stadt mit einem Lastwagen.

Beide Fahrzeuge gingen in Flammen auf und brannten völlig aus. In dem Lastwagen kamen der Fahrer und sein drei Jahre alter Sohn ums Leben.

Acht Menschen wurden bei der Katastrophe in der Nähe des Ortes Puisseguin verletzt. Zwei Menschen erlitten Verbrennungen, zwei ein Schädelhirntrauma, wie die Präfektur des Départements Gironde im Südwesten des Landes mitteilte. Vier weitere Beteiligte kamen mit leichten Verletzungen davon.

Der Bus war nach Behördenangaben mit einer Seniorengruppe auf dem Weg in den Ort Arzacq-Arraziguet im nördlichen Pyrenäen-Vorland. Die Gruppe brach demnach am Morgen vom Ort Petit-Palais nordöstlich von Bordeaux auf. Gegen 7.30 Uhr stieß ihr Bus wenige Kilometer weiter südlich mit dem Lastwagen zusammen.

Ersten Hinweisen, wonach der Lastwagen den dramatischen Unfall verursachte, wurde von der Gendarmerie widersprochen. Ursache und Ablauf des Unfalls seien Gegenstand der Untersuchung, sagte Oberst Ghislain Réty bei einer improvisierten Pressekonferenz. Ermittelt werde zudem, warum die Fahrzeuge Feuer fingen.

Die Identifizierung der Leichen habe Priorität und könne mehrere Tage oder Wochen dauern, sagte Réty. Sie sollten den Angehörigen so rasch wie möglich übergeben werden.

Xavier Sublett, Bürgermeister des Unglücksorts Puisseguin, berichtete, der überlebende Busfahrer habe versucht, auszuweichen, dies aber nicht geschafft. «Er konnte nur noch den Türmechanismus betätigen, um es einigen zu ermöglichen, den Bus zu verlassen.» Nach Angaben der Gendarmerie rettete zudem ein Fahrer eines unbeteiligten Fahrzeugs einige Insassen des Busses.

Die Unfallstelle ist in der Region bekannt. «Das ist in einer gefährlichen Kurve der Gemeinde passiert», sagte der zweite Beigeordnete des Bürgermeisters von Puisseguin, Gérard Dupuy, dem Sender France Info. Am gleichen Ort habe es bereits früher Unfälle gegeben.

Präsident François Hollande sprach von einer «furchtbaren Tragödie». «Wir sind tief traurig», sagte er am Rande seines Staatsbesuchs in Griechenland. Premier Manuel Valls und Innenminister Bernard Cazeneuve fuhren umgehend zum Unglücksort. Es ist der schwerste Busunfall in Frankreich seit dem 31. Juli 1982. Damals starben bei Beaune 53 Menschen, darunter 44 Kinder. 2003 war am ungarischen Plattensee ein deutscher Reisebus verunglückt. 33 Menschen wurden getötet.

Bundespräsident Joachim Gauck sprach Staatschef Hollande in einem Kondolenzschreiben seine Anteilnahme aus. «Die Nachricht von dem furchtbaren Busunglück nahe Bordeaux, bei dem so viele Ihrer Landsleute auf so tragische Weise ums Leben gekommen sind, erfüllt mich mit großer Bestürzung und tiefer Trauer», schrieb Gauck nach Angaben des Bundespräsidialamts in Berlin. «Unsere Gedanken sind bei den Hinterbliebenen, denen wir Kraft wünschen für die Bewältigung des schrecklichen Verlustes, den sie erlitten haben.»