KEINE LÖSUNG IN SICHT

45 Jahre Teilung Zyperns: Trauer im Süden – Feiern im Norden

Auf dem geteilten Zypern haben die Menschen mit völlig unterschiedlichen Veranstaltungen der Teilung der drittgrößten Mittelmeerinsel vor 45 Jahren gedacht.
dpa
Zypern-Konflikt
Stacheldraht in Nicosia innerhalb der von der UN kontrollierten Pufferszone zu sehen. Das als „grüne Linie” bezeichnete Gebiet trennt die im Süden leben griechischen von den im Norden türkischen Zyprer. Foto: Petros Karadjias/AP/dpa
Nikosia.

Im griechisch-zyprischen Süden heulten um 05.30 Uhr (04.30 MESZ) die Sirenen des Zivilschutzes. Damit wurde an die Opfer der türkischen Militärintervention vom 20. Juli 1974 gedacht. Der türkisch-zyprische Norden feiert dagegen den Jahrestag des Eingreifens der türkischen Streitkräfte mit Militärparaden.

Im Norden wird diese Militärintervention am 20. Juli 1974 als Friedensaktion bezeichnet. Fünf Tage vor der türkischen Intervention hatten nämlich griechisch-zyprische Nationalgardisten mit dem Ziel geputscht, die Insel mit Griechenland zu vereinigen. Zypern ist seitdem eine der am stärksten militarisierten Regionen der Welt. Allein im Norden sind mehr als 35 000 türkische Soldaten stationiert.

Zahlreiche Bemühungen der Vereinten Nationen (UN) für eine Lösung des Zypernkonfliktes sind in den vergangenen Jahrzehnten gescheitert. Ziel ist die Bildung einer Föderation zweier politisch gleichberechtigter Länder – eines griechisch-zyprischen im Süden und eines türkisch-zyprischen im Norden. Der Konflikt wird derzeit durch Streitigkeiten zwischen Nikosia und Ankara um reiche unterseeische Erdgasvorkommen rund um Zypern angeheizt.

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