Unsere Themenseiten

66. Deutscher Filmpreis: «Fritz Bauer» auf Lola-Kurs

66. Deutscher Filmpreis: «Fritz Bauer» auf Lola-Kurs
66. Deutscher Filmpreis: «Fritz Bauer» auf Lola-Kurs
Bernd von Jutrczenka

Lars Kraumes Politthriller «Der Staat gegen Fritz Bauer» hat beim Deutschen Filmpreis bereits vor der Bekanntgabe des Hauptpreises vier Lolas gewonnen.

Der Film setzte sich bei der Gala am Freitagabend in Berlin in den Kategorien Drehbuch, Kostümbild, Szenenbild und bester Nebendarsteller durch. Der Film über die zögerliche Aufarbeitung der Nazi-Diktatur war in insgesamt neun Kategorien nominiert.

Gleich zwei Preise gab es für Schauspielerin Laura Tonke (42) - für die Hauptrolle in «Heidi Schneider steckt fest» und als Nebendarstellerin in «Mängelexemplar». Über den Preis als bester Hauptdarsteller durfte sich Theaterstar Peter Kurth (59) freuen. Er spielt in «Herbert» einen Ex-Boxer mit der unheilbaren Krankheit ALS.

Bester Nebendarsteller wurde Ronald Zehrfeld (39), der für seine Rolle im «Fritz Bauer»-Film geehrt wurde. Die Neuverfilmung von «Heidi» (Regie: Alain Gsponer) gewann die Lola als bester Kinderfilm. Der Preis für die beste Doku ging an «Above and Below» von Nicolas Steiner. Tom Tykwers Bestsellerverfilmung «Ein Hologramm für den König» mit Tom Hanks holte Preise für den Ton und den Schnitt.

Neben den Witzen von Moderator Jan Josef Liefers hatte die Show auch politische Töne. Schauspieler Milan Peschel kam als Nazi verkleidet auf die Bühne, um das beste Kostümbild zu ehren. Er spielte damit auch auf den Erfolg der Hitler-Satire «Er ist wieder da» an.

Die 1700 Mitglieder der Filmakademie küren die Gewinner der Lola, der wichtigsten Auszeichnung für das deutsche Kino. Zwei Preise standen schon vorher fest: Die Ehrung für die Produzentin Regina Ziegler (72) und die Lola für den Publikumserfolg von «Fack ju Göhte 2».

Wer als bester Film geehrt werden sollte, blieb bis zuletzt spannend: Im Rennen waren neben «Der Staat gegen Fritz Bauer» auch «Ein Hologramm für den König», Doris Dörries Drama «Grüße aus Fukushima», Thomas Stubers «Herbert», «Er ist wieder da» und der Debütfilm «4 Könige»

Auf dem roten Teppich vor dem Palais am Funkturm begann bereits am Nachmittag das große Schaulaufen der Promis in aufwendigen Roben und eleganten Smokings - beobachtet von zahlreichen Fans hinter der Absperrung. Zu den strahlenden, in die Kameras lächelnden Stars gehörten die deutsche Hollywoodschauspielerin Diane Kruger, Winfried Glatzeder, Hannelore Elsner, Natalia Wörner, Sunnyi Melles, Martin Wuttke, Robert Stadlober, Christoph Maria Herbst und Milan Peschel.

Die Gala ist traditionell ein großes Treffen der deutschen Filmbranche. Der Preis wird von der Bundesregierung finanziert. Die wichtigste Auszeichnung für das deutsche Kino ist mit insgesamt drei Millionen Euro dotiert. Das Preisgeld muss für die Produktion eines neuen Films verwendet werden.