POLIZEI

79-Jähriger fährt mit SUV über Bürgersteig - Zwei Tote

Ein 79-Jähriger ist in Thüringen mit seinem SUV auf einen Bürgersteig gefahren. Zwei Menschen starben bei dem Verkehrsunfall, der Fahrer selbst wurde lebensbedrohlich verletzt.
dpa
Zwei Tote bei SUV-Unfall
Ein beschädigter SUV steht nach einem Unfall vor einer Garage. Ein 79 Jahre alter Autofahrer hat eine Fußgängerin tödlich verletzt. Auch die 76-jährige Beifahrerin sei bei dem Unfall gestorben. Foto: Fabian Peikow/thueringen112.de

Ein 79 Jahre alter Autofahrer hat in Reisdorf in Thüringen (Kreis Weimarer Land) mit einem SUV eine Fußgängerin tödlich verletzt. Auch die 76-jährige Beifahrerin sei bei dem Unfall gestorben, sagte ein Sprecher der Polizei am frühen Montagmorgen. Demnach fuhr das Auto über den Bürgersteig und anschließend gegen einen Garagenpfeiler. Beide Frauen starben noch am Unfallort, auch der Hund der Fußgängerin wurde getötet. Der Fahrer wurde lebensgefährlich verletzt und in ein Krankenhaus gebracht.

Ermittlungen noch am Anfang

Nach Angaben des Thüringer Lagezentrums handelte es sich bei dem Auto des 79-Jährigen um einen VW Tiguan, einen SUV. Wie es zu dem Unfall kam, ist noch unklar. Ob der Fahrzeugtyp oder das Alter des Fahrers dabei eine Rolle spielten, ist offen. Die Polizei schließt gesundheitliche Probleme des Fahrers als Ursache nicht aus, wie eine Sprecherin sagte.

Am Unfallort liefen am Montag noch Untersuchungen der Polizei. Der Unfall ereignete sich in einer Kurve am Ortseingang. Das aus Richtung Auerstedt kommende Auto war dort auf den Bürgersteig geraten und hatte die Fußgängerin erfasst, die Frau wurde durch die Wucht des Aufpralls gegen eine Wand geschleudert. Das Auto prallte anschließend gegen einen Garagenpfeiler.

Beide Frauen starben noch am Unfallort, auch der Hund der Fußgängerin wurde getötet. Die Fußgängerin stammt aus dem Ort, wie der Bürgermeister von Bad Sulza, Dirk Schütze (SPD), sagte. Reisdorf ist ein Ortsteil von Bad Sulza. Der Mann und die getötete Beifahrerin stammen laut Polizei aus Erfurt. Ob es sich um ein Ehepaar handelt, war am Montag noch unklar.

SUV-Unfall in Berlin

Anfang September hatte es in Berlin einen schweren Unfall mit einem Sportgeländewagen (englisch: Sport Utility Vehicle, Abkürzung: SUV) gegeben. Das Auto war an einer Kreuzung über die Gegenfahrbahn hinweg von der Straße abgekommen. Der SUV rammte eine Ampel, überfuhr vier Menschen auf dem Gehweg und durchbrach einen Bauzaun. Unter den vier Toten war auch ein dreijähriger Junge. Es gibt einen Hinweis auf einen epileptischen Anfall des Fahrers am Steuer. Die Beifahrerin hatte das direkt nach dem Unfall der Polizei gesagt.

Mehr lesen: Umwelthilfe will dicke Autos aus den Städten verbannen.

Nach einem tödlichen Unfall auf der A20 bei Tribsees wurde Anfang vergangener Woche gegen den Fahrer eines Geländewagens Anklage wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung erhoben.

Unfallforscher: Geschwindigkeit entscheidender

Schwere Sportgeländewagen sind nach Einschätzung des Unfallforschers der deutschen Versicherer, Siegfried Brockmann, im Straßenverkehr nicht unbedingt gefährlicher als Kleinwagen.

«Entscheidend ist die Geschwindigkeit», sagte der Experte vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft nach dem Berliner Unfall. «Alles was jenseits von 50 Stundenkilometern ist, ist für einen menschlichen Körper mindestens lebensgefährlich, meistens aber auch tödlich, egal mit welchem Fahrzeug.»

Dieser Artikel wurde am Montag, 23. September, mehrfach aktualisiert.

 

 

Sei Aschenbrödel! - Dein personalisierbares Märchenbuch zum Film!
zur Homepage