Unsere Themenseiten

AfD-Aussteigerin Petry gründet „Die Blaue Partei”

AfD-Aussteigerin Petry setzt auf „Die Blaue Partei”
AfD-Aussteigerin Petry setzt auf „Die Blaue Partei”
Bernd von Jutrczenka

Nachdem die Ex-Parteivorsitzende aus der AfD austrat, wurde gerätselt: Gründet Frauke Petry eine eigene Partei? Jetzt wurden dazu erste Details bekannt.

Die ehemalige AfD-Vorsitzende Frauke Petry lässt den Gerüchten über die Gründung einer neuen Partei jetzt Taten folgen. In einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) kündigte Petry die Gründung von „Die Blaue Partei” an. Begleitend dazu wollen Petry und ihre Mitstreiter ein Bürgerforum „Blaue Wende” ins Leben rufen, „in dem man sich mit und ohne Parteibuch unabhängig von der Farbe engagieren kann”.

Petry hatte einen Tag nach der Wahl angekündigt, sie wolle der AfD-Bundestagsfraktion nicht angehören. Kurz darauf trat sie aus der Partei aus. Mit ihrer neuen Partei will sie enttäuschte konservative Wähler gewinnen, denen die AfD zu weit rechts steht.

"Die Blaue Partei" wurde vor der Bundestagswahl gegründet

Dem RND sagte Petry: „Blau steht für konservative, aber auch freiheitliche Politik in Deutschland und in Europa. Blau ist die Farbe, die zuerst die CSU in Bayern politisch populär gemacht hat. Daran gilt es bundesweit anzuknüpfen.”

Nach Angaben des Bundeswahlleiters war „Die Blaue Partei” am 17. September gegründet worden – eine Woche vor der Bundestagswahl. Petry, die in der AfD lange gegen den wachsenden Einfluss des rechtsnationalen Flügel gekämpft hatte, sagte dem RND, der AfD-Parteitag im vergangenen April sei für sie eine Zäsur gewesen, „weil dort öffentlich sichtbar wurde, dass die Partei dem Narrensaum freie Hand gab”.

In Mecklenburg-Vorpommern verließ der frühere Pressesprecher und ehemalige Beisitzer im AfD-Landesvorstand, Lars Löwe, die Partei. „Ein Rechtsruck ist in der AfD Mecklenburg-Vorpommern längst vollzogen”, heißt es in einer schriftlichen Erklärung Löwes, die in Schwerin veröffentlicht wurde. Löwe war in Wismar Direktkandidat zur Bundestagswahl gewesen, legte die Kandidatur nach eigenen Angaben aber nieder, nachdem Petry beim Kölner AfD-Parteitag mit ihrem Vorstoß, die Partei auf einen „realpolitischen Kurs” einzuschwören, gescheitert war.

Anklams direkt gewählter Abgeordneter Matthias Manthei trat vor Kurzem aus der AfD-Fraktion und dann auch aus der Partei aus. Ob Frauke Petry daran mitgewirkt hat oder nicht, beantwortet er im exklusiven Nordkurier-Interview. Er und weitere Ex-AfD-Landtagsabgeordnete gründeten die Fraktion "Bürger für Mecklenburg-Vorpommern".