Allianz von Katastrophen verschont

Allianz von Katastrophen verschont
Allianz von Katastrophen verschont
Loren Elliott

Europas größter Versicherer Allianz ist in diesem Sommer von größeren Unglücken verschont geblieben: Im dritten Quartal legte der operative Gewinn um gut ein Fünftel auf knapp drei Milliarden Euro zu, mehr als von Analysten erwartet.

Für das Gesamtjahr bleibt das Unternehmen allerdings vorsichtig: Ziel für dieses Jahr sind 10,6 bis 11,6 Milliarden Euro. Davon hat die Allianz nach den ersten neun Monaten zwar bereits fast 80 Prozent erreicht, doch in die Höhe schrauben wollte Vorstandschef Oliver Bäte die Prognose nicht. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir auch in diesem Jahr wieder unsere Ziele erreichen werden”, sagte Bäte laut Mitteilung.

Gut verlief das Geschäft vor allem in der Sparte Schaden und Unfall – hauptsächlich weil Schäden und Unfälle den Versicherer weniger teuer zu stehen kamen als 2017. Vor einem Jahr hatte eine Serie schwerer Hurrikans in den USA und der Karibik die Allianz über eine halbe Milliarde Euro gekostet, in diesem Sommer schlugen Schäden aus Naturkatastrophen mit vergleichsweise niedrigen 245 Millionen zu Buche. Außerdem verbuchte die Sparte laut Allianz hohes Einnahmewachstum.

Aufwärts ging es auch in der Vermögensverwaltung. Mit 650 Millionen Euro lag ihr operativer Gewinn knapp elf Prozent höher als ein Jahr zuvor. Nachdem Anleger dort im zweiten Quartal aus den Fonds des Konzerns netto mehr als 9 Milliarden Euro abgezogen hatten, kamen im dritten Quartal wieder 15 Milliarden Euro hinzu. Insgesamt verwalteten die Konzerntöchter Pimco und Allianz Global Investors für externe Kunden Ende September ein Vermögen von knapp 1,5 Billionen Euro.

Nicht gesondert ausgewiesen sind in der Konzernbilanz die Ergebnisse aus dem deutschen Heimatmarkt. Dort herrscht derzeit wieder ein scharfer Wettbewerb um die Kunden in der Autoversicherung. Zum Jahresende wechseln alljährlich Millionen Autofahrer auf der Suche nach einem günstigeren Angebot ihren Versicherer.