Magdalena Andersson
Magdalena Andersson nachdem sie ihren formellen Rücktritt eingereicht hat. Tim Aro/TT News Agency/AP/dpa
Schwedische Ministerpräsidentin

Andersson reicht Rücktritt ein

Nach ihrer Wahlniederlage wird Schwedens Regierungschefin Magdalena Andersson erst einmal eine Übergangsregierung führen. Der konsvervative Ulf Kristersson darf sich nun an der Regierungsbildung versuchen.
dpa
Stockholm

Die schwedische Ministerpräsidentin Magdalena Andersson hat ihren Rücktritt als Regierungschefin eingereicht. Nun müssten der Reichstag und Parlamentspräsident Andreas Norlén über den Prozess zur Bildung einer neuen Regierung entscheiden, sagte sie in Stockholm. Bis eine neue Regierung steht, wird Andersson eine Übergangsregierung anführen.

Anderssons Sozialdemokraten waren bei der Reichstagswahl am Sonntag zwar erneut klar stärkste Kraft geworden. Ein konservativ-rechter Vier-Parteien-Block um den Herausforderer Ulf Kristersson von den Moderaten einschließlich der rechtspopulistischen Schwedendemokraten hatte jedoch insgesamt mehr Mandate als das linksgerichtete Lager um Andersson erhalten. Nach vorläufiger Auszählung von mehr als 99,9 Prozent aller Stimmen kam Kristerssons Seite auf 176 der 349 Mandate, Anderssons auf 173.

Weiter sagte Andersson, sie habe Norlén auch mitgeteilt, dass ihre Tür für ihren Herausforderer Kristersson offen stehe, sollte dieser auf andere Gedanken kommen und statt mit den Schwedendemokraten lieber mit ihren Sozialdemokraten zusammenarbeiten wollen.

Norlén teilte mit, den Prozess zur Regierungsbildung einzuleiten. Nach dem Wochenende werde er mit Vertreterinnen und Vertretern der acht Parlamentsparteien sprechen. Da das Wahlergebnis sehr knapp und ein endgültiges Resultat wohl erst am Wochenende zu erwarten sei, nannte er es angemessen darauf zu warten. Es wurde damit gerechnet, dass er Kristersson den Auftrag zur Regierungsbildung gibt.

Nach Informationen der Zeitung „Aftonbladet” kamen Vertreter der vier Parteien des konservativ-rechten Blocks heute bereits zu Verhandlungen zusammen. Ziel sei es, sich innerhalb von zehn Tagen auf eine Regierungsgrundlage zu einigen, berichtete die Zeitung. Nach der letzten Parlamentswahl 2018 hatte die Regierungsbildung unter dem Sozialdemokraten Stefan Löfven – Anderssons parteiinternem Vorgänger – satte 134 Tage gedauert.

© dpa-infocom, dpa:220915-99-771351/2

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