Barlach zuversichtlich im Suhrkamp-Streit

Suhrkamp-Miteigentümer Hans Barlach geht nach seinem Etappensieg vor dem Bundesgerichtshof zuversichtlich in die weitere Auseinandersetzung um den Traditionsverlag.
dpa
Barlach zuversichtlich im Suhrkamp-Streit
Barlach zuversichtlich im Suhrkamp-Streit Rainer Jensen/Andreas Arnold
Berlin.

«Der Beschluss aus Karlsruhe bedeutet Rückenwind für uns. Wir gehen davon aus, dass jetzt das Landgericht Berlin nachbessern muss», sagte Carl Ulrich Mayer, der Verwaltungsratspräsident von Barlachs Medienholding, am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.

Das oberste deutsche Gericht hatte laut einer Mitteilung vom Montag Barlachs Beschwerde stattgegeben und zwei Beschlüsse der unteren Instanz aufgehoben. Jetzt muss das Landgericht Berlin neu entscheiden. Der von der Suhrkamp-Geschäftsführung eingesetzte Generalbevollmächtigte Frank Kebekus sagte auf Anfrage, die zeitliche Verzögerung sei ärgerlich. «Operativ läuft alles vernünftig weiter. Am Tagesgeschäft ändert sich nichts.»

Nach Angaben des Barlach-Vertreters erklärt der höchstrichterliche Beschluss, der umstrittene Insolvenzplan von Suhrkamp-Chefin Ulla Unseld-Berkéwicz sei atypisch, der Verlag hätte in seiner bisherigen Rechtsform weiter betrieben werden können. Zudem, so Mayer, hätten die obersten Richter anerkannt, dass Barlach durch das Sanierungskonzept eindeutig schlechter gestellt werde. «Das ist schon ein sehr klares Signal und letztlich eine Rüge für den Insolvenzplan», so Mayer.

Das Landgericht sei zwar frei in seiner Entscheidung, es werde aber die Stellungnahme des Bundesgerichtshofs zur Kenntnis nehmen müssen, sagte der Anwalt. Andernfalls behalte sich die Medienholding einen neuerlichen Gang nach Karlsruhe vor. In jedem Fall werde das Verfahren bis ins nächste Jahr hinein dauern.

Erneut unterstrich der Verwaltungsratspräsident, dass Barlach an einer einvernehmlichen und friedlichen Lösung interessiert sei. «Wir halten den andauernden Streit für nicht produktiv», sagte er. «Vor zwei Wochen sind wir erneut auf die andere Seite zugegangen. Jetzt liegt der Ball in deren Feld.»

Mit dem Sanierungsplan will Verlagschefin Unseld-Berkéwicz den mit ihr zerstrittenen Minderheitsgesellschafter Barlach entmachten. Der Enkel des Bildhauers Ernst Barlach ist mit 39 Prozent am Verlag beteiligt, die Verlagschefin hält 61 Prozent.

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