Baugenehmigungen sinken 2018 leicht

Baustelle
Die Baubranche ist angesichts des langen Immobilienbooms stark ausgelastet, Hausbauer warten oft Monate auf Handwerker. Foto: Christian Charisius

– Trotz der großen Nachfrage nach Immobilien sind in Deutschland 2018 erneut weniger Wohnungen bewilligt worden. Die Zahl der genehmigten Wohnungen sank 2018 binnen Jahresfrist leicht um 0,2 Prozent auf rund 347.300, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Die Zahlen gelten für neue Bauten ebenso wie für Maßnahmen an bestehenden Gebäuden wie Renovierungen oder Aufstockungen. Nach Jahren der Zuwächse waren die Baugenehmigungen schon 2017 etwas zurückgegangen.

Bei Neubauten wurden im vergangenen Jahr rund 302.800 Wohnungen genehmigt (plus 0,7 Prozent). Vor allem bei Mehrfamilienhäusern gab es starke Zuwächse (plus 4,7 Prozent), während die Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser leicht sanken. Deutlich weniger Bewilligungen gab es für Zweifamilienhäuser, die um 6,5 Prozent schrumpften und für Wohnungen in Wohnheimen (minus 24 Prozent). Dazu zählen auch Unterkünfte für Flüchtlinge.

Um die große Nachfrage zu decken, müssen nach Einschätzung von Politik und Bauwirtschaft jährlich 350.000 bis 400.000 Wohnungen in Deutschland entstehen. 2017 kamen aber nur knapp 285 000 dazu. Im vergangenen Jahr könnten laut Bauindustrie rund 300.000 Wohnungen fertig werden. Die Branche ist angesichts des langen Immobilienbooms stark ausgelastet, Hausbauer warten oft Monate auf Handwerker.

«Die Handlungsspielräume von Bauherren und Investoren sind ausgeschöpft», kritisierte der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW). Bauland sei in den Ballungsräumen kaum noch erhältlich, und langwierige Genehmigungsverfahren sowie zahlreiche Vorschriften bremsten den Neubau.