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Bayern wählt Landtag

Bei der Landtagswahl in Bayern hat sich am Sonntag eine etwas höhere Wahlbeteiligung als 2008 abgezeichnet. In den Wahllokalen der größeren Städte des Landes war der Zulauf bis zum Nachmittag zwar ebenso niedrig wie bei der Landtagswahl vor fünf Jahren oder lag sogar noch darunter.

Weil aber deutlich mehr Wähler ihre Kreuze schon vorab per Briefwahl gemacht hatten, sei insgesamt ein etwas besseres Ergebnis als vor fünf Jahren zu erwarten, berichteten die Wahlämter. «Wenn es so bleibt, wird die Wahlbeteiligung höher sein», sagte der Leiter des Augsburger Bürgeramtes, Klaus Sulzberger.

Die Bayern-Wahl gilt als wichtiger Stimmungstest für die Bundestagswahl in einer Woche. Die Ergebnisse wurden daher auch im politischen Berlin mit Spannung erwartet.

In der Landeshauptstadt München hatten nach einer Stichprobe bis zum frühen Nachmittag schon fast 50 Prozent der Wähler ihre Stimme abgegeben - neun Prozentpunkte mehr als zur gleichen Zeit vor fünf Jahren. Dies war durch den Ansturm auf die Briefwahl zu erklären. In Nürnberg und Augsburg war das Plus allerdings deutlich geringer. 2008 lag die Beteiligung bei der Bayern-Wahl am Ende bei 57,9 Prozent, dies war der zweitniedrigste Wert seit Gründung der Bundesrepublik.

Die CSU unter Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hofft nach dem historischen Absturz bei der Wahl 2008 und einer zeitweise schwierigen Koalition mit der FDP auf die Rückeroberung der Alleinherrschaft. Das von SPD-Herausforderer Christian Ude angestrebte Dreierbündnis mit Grünen und Freien Wählern lag in Umfragen deutlich hinter den Christsozialen zurück. Die FDP musste den Umfragen zufolge um den Wiedereinzug in den Landtag zittern. Sonstige Parteien schienen zuletzt chancenlos.

Die Spitzenkandidaten der im Landtag vertretenen Parteien gaben bereits am Vormittag ihre Stimmen ab. CSU-Chef Seehofer kam am Morgen in Begleitung seiner Frau Karin und seiner Tochter Susanne ins Wahllokal in Ingolstadt. Christian Ude warf etwa zwei Stunden später in München seine Stimmzettel in die Wahlurne, begleitet unter anderem von seiner Frau Edith. Vor dem Wahllokal traf er auch die Grünen-Spitzenkandidatin Margarete Bause, die am gleichen Ort wählte.

Bei der Landtagswahl durften etwa 9,5 Millionen Bürger ihre Stimme abgeben. Sie hatten die Wahl zwischen 15 Parteien. Im Landesparlament waren 180 Sitze zu vergeben, durch Überhang- und Ausgleichsmandate können es am Ende aber auch noch mehr werden. Außerdem entschieden die Bayern über die Bezirkstage der sieben Regierungsbezirke und fünf Änderungen der Landesverfassung. Darunter sind vier neue Staatsziele, etwa die Förderung des Ehrenamts. Weil die Wähler so insgesamt fünf Stimmzettel auszufüllen hatten, bildeten sich teilweise Schlangen in den Wahllokalen.