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BER-Betreiber setzen auf angeschlagene Air Berlin

Die BER-Flughafengesellschaft setzt trotz möglicher Einschnitte bei Air Berlin weiter auf die zweitgrößte deutsche Airline.

«Air Berlin ist immer noch unser größter Kunde», sagte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld. «Wir wünschen uns alle, dass sie uns lang erhalten bleibt und nichts einschränkt.» Die angeschlagene Air Berlin fliegt seit Jahren Verluste ein. In den vergangenen Tagen hatte es Spekulationen gegeben, die Gesellschaft könne ihr Engagement in Berlin zugunsten von Düsseldorf einschränken.

«Es gibt in der Frage zur Zeit kein Ja und kein Nein von Air Berlin», sagte Mühlenfeld. Nach Angaben der Geschäftsführung sei noch nichts entschieden. Air Berlin hatte einen Umbau angekündigt. Vorstandschef Stefan Pichler hatte aber noch keine Details genannt.

Zudem muss die Gesellschaft um Flüge bangen, die sie gemeinsam mit dem Großaktionär Etihad anbietet, der die Berliner finanziell über Wasser hält. Kurz vor Beginn des Winterflugplans sind dazu Verhandlungen auf Regierungsebene mit den Vereinigten Arabischen Emiraten vereinbart.

Die Flughafen-Betreiber rechnen damit, dass die jährlichen Passagierzahlen bis 2025 von 28 Millionen auf über 40 Millionen steigen, zehn Jahre später werde die Schwelle von 50 Millionen überschritten. Das Wachstum ist fest einkalkuliert, denn der neue Hauptstadtflughafen soll wenige Jahre nach der geplanten Eröffnung 2017 Gewinn erwirtschaften.

«Ab 2020 können wir uns selber finanzieren», sagte Mühlenfeld. «Ab Mitte der 20er Jahre werden wir in der Lage sein, unsere Schulden zurückzuzahlen.» Die aktuellen Kosten bezifferte er auf 5,34 Milliarden Euro - ohne anstehende Erweiterungen und Zinsen.

Der Zeitplan für den Hauptstadtflughafen war nach vier geplatzten Eröffnungsterminen zuletzt erneut unter Druck geraten, die Pleite des Gebäudetechnikausrüsters und Umplanungen brachten einen Verzug von drei bis vier Monaten. Mühlenfeld äußerte sich bei einem Baustellenbesuch in Schönefeld aber zuversichtlich, dass die Inbetriebnahme wie angekündigt im zweiten Halbjahr 2017 gelingen wird - jedoch eher im letzten Vierteljahr.

Die Sanierung des Terminals ist zur Hälfte abgeschlossen, nach dem Plan vom vergangenen Dezember sollten eigentlich schon 60 Prozent erreicht sein. Technikchef Jörg Marks berichtete in Schönefeld von Fortschritten: Bis Jahresende werden demnach 5500 Kilometer Kabel neu- oder umverlegt sein, in Teilen des Abfertigungsgebäudes gehen die ersten Brandschutzanlagen in Betrieb. Dass sie funktionieren, sei vorwiegend in Simulationen nachgewiesen worden. Heißgasrauchversuche stehen noch aus.