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Bericht über Umstände der Festnahme in Baltimore erwartet

Bericht über Umstände der Festnahme in Baltimore erwartet
Bericht über Umstände der Festnahme in Baltimore erwartet
Steve Ruark

Mehr als zwei Wochen nach der Festnahme eines später gestorbenen Afroamerikaners in Baltimore soll ein Bericht dabei helfen, die Umstände zu klären.

An die Untersuchung der Polizei knüpfen sich Hoffnungen vieler Demonstranten, endlich zu erfahren, auf welche Weise der 25-jährige Freddie Gray eine Rückenmarkverletzung erlitt.

Der Bericht soll nach Medienberichten Freitag der Staatsanwaltschaft übergeben werden. Unterdessen sprangen die Proteste gegen Polizeigewalt von der Ostküstenstadt Baltimore auch auf andere Städte wie Washington, Chicago und Minneapolis (Minnesota) über. In New York skandierten Demonstranten: «Schwarze Leben zählen», berichtete die «New York Daily News». Es kam wegen Verkehrsbehinderungen zu mindestens 65 Festnahmen.

In Baltimore sind sechs Polizisten wegen des Todes von Gray vom Dienst suspendiert. Dort war es wegen des Todesfalls in der Nacht zu Dienstag zu schweren Ausschreitungen gekommen. Anschließend wurde eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Sie soll eine Woche lang von 2200 bis 0500 Ortszeit (04.00 bis 11.00 Uhr MESZ) dauern. Zudem hatten die Behörden den Ausnahmezustand verhängt und die Nationalgarde in die Stadt geschickt. Seither kam es kaum noch zu Zusammenstößen.

Anwälte der Familie Gray betonten, dass der Untersuchungsbericht nicht öffentlich sei. Somit sei unklar, wann die Öffentlichkeit informiert werde. «Leider glauben viele Menschen, dass es am Freitag Antworten oder Anschuldigungen (gegen Polizisten) geben wird», sagte Anwältin Mary Koch dem Sender CNN. «Ich glaube, die Behörden müssen den Leuten klarmachen, wie das wirklich läuft und dass sie ihre Erwartungen dementsprechend runterfahren sollten.» Polizeichef Anthony Batts betonte, dass die Staatsanwaltschaft das weitere Vorgehen bestimme.

Unterdessen behauptet ein am gleichen Tag festgenommener Mann, dass Freddie Gray versucht haben könnte, sich selbst zu verletzen. Wie die Zeitung «Washington Post» berichtete, saß der Mann im selben Gefangenentransporter wie Gray. Er behauptet, der 25-Jährige habe sich wiederholt gegen die Wände des Fahrzeugs geworfen. Dies habe der Mann jedoch nur mithören können, da das Fahrzeug mit Metallwänden unterteilt ist. Ob die Angaben des Mannes durch Dritte bestätigt werden können, sei unklar. Grays Familie wies die Behauptungen durch einen Anwalt zurück.

Am Mittwochabend hatten erneut Tausende Menschen in Baltimore friedlich gegen Polizeigewalt demonstriert. Medienberichten zufolge standen rund 2000 Soldaten der Nationalgarde und rund 1000 zusätzliche Polizisten bereit, um für Ordnung zu sorgen. Aus Angst vor Ausschreitungen wurde ein Baseball-Spiel der Baltimore Orioles vor leeren Rängen abgehalten. Nach Beginn der Ausgangssperre waren nur noch wenige Menschen unterwegs.