Unsere Themenseiten

Bericht: Tote bei weiteren Explosionen in Bagdad

Bericht: Tote bei weiteren Explosionen in Bagdad
Bericht: Tote bei weiteren Explosionen in Bagdad
Ahmed Ali

Nach dem schweren Anschlag in Bagdad am Mittwochmorgen haben zwei weitere Explosionen in der irakischen Hauptstadt einem Bericht zufolge viele Menschen in den Tod gerissen. Insgesamt gab es mindestens 67 Todesopfer

Bei den Detonationen im Westen und Norden der Stadt starben nach Berichten der Nachrichtenseite Al-Sumaria mindestens 17 Menschen. 40 weitere seien verletzt worden. Eines der Attentate habe einem Kontrollpunkt der Polizei gegolten.

Wenige Stunden zuvor hatte bereits eine Autobombe auf einem belebten Markt im überwiegend von Schiiten bewohnten Stadtteil Sadr City mindestens 50 Menschen in den Tod gerissen und 120 weitere verletzt. Der Anschlag, zu dem sich die Terrormiliz IS in einer zunächst nicht verifizierbaren Botschaft bekannte, war einer der heftigsten in diesem Jahr.

Augenzeugen berichteten, das mit Sprengstoff beladene Auto sei in der Hauptgeschäftszeit am Morgen explodiert. Die Wucht habe auch eine Reihe von anliegenden Häusern und Geschäften beschädigt. Aus Furcht vor einem weiteren Anschlag in dem östlichen Stadtbezirk seien zahlreiche Straßen von Sicherheitskräften gesperrt worden.

Dem angeblichen Bekennerschreiben der Terrormiliz IS zufolge waren die auf dem Markt versammelten Schiiten das Ziel des Attentats. Die sunnitischen Dschihadisten betrachten Angehörige dieser islamischen Konfession als Abtrünnige. Das Bekennerschreiben konnte zunächst nicht unabhängig auf Echtheit überprüft werden.

In der Vergangenheit hatte sich der IS regelmäßig zu Anschlägen in Bagdad und anderen Städten des Landes bekannt. Erst Anfang Mai waren bei mehreren Explosionen innerhalb eines Tages mindestens 25 Menschen in der irakischen Hauptstadt getötet worden.

Bei dem bislang schwersten Attentat dieses Jahres waren Ende Februar mehr als 70 Menschen ums Leben gekommen. Damals hatte sich ein Selbstmordattentäter ebenfalls in Sadr City in die Luft gesprengt. Auch zu dieser Tat bekannte sich die Terrormiliz IS.

Die Dschihadisten sind zwar durch Offensiven der irakischen Armee und der mit ihr verbündeten US-geführten Militärkoalition unter Druck geraten und verloren in den vergangenen Monaten bedeutende Gebiete, kontrollieren aber immer noch große Teile im Westen und Norden des Landes - darunter die Großstadt Mossul, eine der inoffiziellen Hauptstädte des IS.