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AfD-Chefin Petry stemmt sich gegen Austrittswelle

Die neue AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry stemmt sich gegen die Austrittswelle in ihrer Partei. In einer E-Mail bat sie die AfD-Mitglieder, «keine übereilten Entscheidungen zu treffen».

Gleichzeitig distanzierte sie sich von dem pöbelhaften Verhalten einzelner Teilnehmer des Bundesparteitages in Essen, auf dem Parteigründer Bernd Lucke am Wochenende wüst beschimpft worden war.

Petry dementierte Berichte über einen «Rechtsruck» der AfD und versprach: «Wir werden uns weiterhin von radikalen und extremistischen Positionen abgrenzen.» Bei «Zeit Online» wehrte sie sich zudem gegen Vergleiche ihrer Partei mit der rechtsextremen Front National in Frankreich: «Mit dieser Partei hat die AfD nichts gemeinsam.»

Nach Auskunft der Bundesgeschäftsstelle waren nach dem Parteitag, bei dem sich das nationalkonservative Lager durchgesetzt hatte, rund 600 Mitglieder aus der AfD ausgetreten. Auch Mitglieder von Landesvorständen verließen die Partei. Am Mittwoch erklärte Bremens AfD-Landeschef Christian Schäfer seinen Rücktritt, drei von vier AfD-Abgeordneten in der Bürgerschaft kündigten an, die Partei zu verlassen.

Petry, die in Essen auch mit den Stimmen der Rechtsnationalen in der Partei gewählt worden war, verband ihre E-Mail mit einer Umfrage. Demnach sollen sich die Mitglieder zu der Frage äußern: «Wie stellen Sie sich die Zukunft der AfD vor?»

Zuvor hatte bereits der unterlegene liberal-konservative Flügel um Lucke eine Umfrage gestartet. Seine Anhänger sollen erklären, ob sie sich an einer neuen Partei beteiligen würden. Bisher haben sich dem Vernehmen nach knapp 1000 AfD-Mitglieder für die Gründung dieser Partei ausgesprochen. Die AfD hatte vor dem Parteitag rund 21 000 Mitglieder.