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Bundestag berät über Fracking-Gesetz

Die Erdgas-Förderindustrie hat vor dem Beginn der parlamentarischen Beratungen eine Entschärfung des Fracking-Gesetzes gefordert. «Der Gesetzentwurf geht uns an einigen Stellen deutlich zu weit», sagte Gernot Kalkoffen, Vorsitzender des Wirtschaftsverbandes Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG).

Das betreffe die geplanten Ausschlussgebiete für die umstrittene Fracking-Technolgie, fehlenden Vertrauensschutz für bestehende Erdgas-Förderanlagen und weitreichende Prüfungsanforderungen, die weder wissenschaftlich begründet noch geologisch zweckmäßig seien.

Im Bundestag wird am Vormittag ein heftiger Schlagabtausch über die geplante Erprobung der unkonventionellen Gasförderung in Deutschland erwartet. Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte das Fracking-Gesetz Anfang April ins Kabinett eingebracht. In dieser Woche beraten Bundestag und Bundesrat in erster Lesung über den Entwurf.

Kritiker des Gesetzes, die eine Verschärfung der Bestimmungen oder gleich ein komplettes Fracking-Verbot fordern, gibt es in allen Fraktionen. Beim Fracking wird tief unter der Erde Gestein aufgebrochen, damit dort eingelagertes Gas entweichen kann. Dabei wird in der Regel ein flüssiges Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Boden gepresst. Die Kritiker befürchten dadurch Umweltschäden und eine Verschmutzung des Grundwassers.

Der Beitrag der deutschen Förderung zur Erdgasversorgung ist seit 2004 von rund 20 auf 10 Prozent gefallen. «Wir sind auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit, wenn Fracking völlig untersagt oder durch hohe Hürden unmöglich wird», sagte Kalkoffen. Als Folge müsse Deutschland mehr Erdgas aus Ländern importieren, in denen weniger strenge Umweltstandards angewendet würden. Die Energieversorgung in Deutschland sei noch auf Jahrzehnte ohne Erdgas nicht möglich, das unter den fossilen Energieträgern unbestritten die beste Umweltbilanz aufweise.