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Wirtschaft: Bahnstreik-Schäden bis zu einer halben Milliarde

Deutschlands Konzerne fürchten durch den einwöchigen Bahnstreik einen Schaden von bis zu einer halben Milliarde Euro.

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer forderte die Lokführergewerkschaft GDL auf, noch die Notbremse zu ziehen und den Streik abzusagen: «Der gesamten deutschen Wirtschaft drohen Schäden von täglich 100 Millionen Euro. Das Vorgehen der GDL ist verantwortungslos und vollkommen unverhältnismäßig.»

Auch der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, kritisierte: «Der Bahnstreik kostet die Wirtschaft nicht nur Nerven, sondern richtig Geld.» Bei sechs Tagen Streik komme die Lieferkette ins Stocken. «Alles in allem drohen Streikkosten von einer halben Milliarde Euro», warnte Schweitzer.

Besonders betroffen von Verzögerungen im Güterverkehr werden nach Angaben des Industrieverbandes BDI die Stahl-, Chemie- und Autoindustrie sein, die auf die pünktliche Anlieferung von Einzelteilen und Rohstoffen angewiesen seien. «Eine solche Streikwelle ist Gift für ein hochentwickeltes Industrieland wie Deutschland», kritisierte Dieter Schweer, Mitglied der BDI-Geschäftsführung.

Die Maschinenbauer blicken dem mehrtägigen Streik bei der Bahn hingegen weitgehend gelassen entgegen. «Die deutschen Maschinenbauer sind durch den Lokführerstreik nur in Maßen betroffen, da die Lieferung von Vorprodukten und Komponenten sowie der Transport der fertigen Maschinen an die Kunden in erster Linie durch Lastkraftwagen erfolgt», sagte Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands VDMA, in Frankfurt. Einzelne Unternehmen würden den Streik im Güterverkehr allerdings in ihrer Lieferkette zu spüren bekommen. «Ebenso wird es für viele Mitarbeiter schwierig, rechtzeitig zu ihrer Arbeitsstätte zu kommen.»