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Bilfinger fährt wegen hoher Abschreibungen Rekordverlust ein

Rekordverlust beim Konzernumbau: Der kriselnde Bau- und Industriedienstleister Bilfinger hat im vergangenen Jahr ein Minus von 489 Millionen Euro eingefahren.

Schuld seien hohe Abschreibungen vor allem in dem zum Verkauf gestellten Kraftwerksgeschäft und Kosten für die Neuausrichtung des Unternehmens, teilte der Konzern mit. Ein Jahr zuvor war Bilfinger bereits mit 71 Millionen Euro in die Verlustzone gerutscht. Die im MDax notierte Bilfinger Aktie reagierte angesichts des erwarteten Verlustes nicht negativ. Sie stand am Nachmittag sogar über dem Schlusskurs vom Mittwoch.

Die Leistung des Konzerns erhöhte sich im vergangenen Jahr um 4 Prozent auf 6,48 Milliarden Euro. Auftragseingang und Auftragsbestand, die auf die künftige Entwicklung schließen lassen, legten jeweils zweistellig zu.

«Auch wenn wir im vergangenen Jahr bereits einige wichtige Themen voranbringen konnten, liegt ein anspruchsvolles Jahr 2016 vor uns», sagte Bilfinger-Chef Per Utnegaard. Neben dem notwendigen Umbau des Konzerns wolle er gezielt in Wachstumsinitiativen investieren. Weitere Details will Utnegaard bei der Vorlage der vollständigen Bilanz am 16. März nennen.

Der Konzern hat mehr als 57 000 Mitarbeiter, davon fast 20 000 in Deutschland. Bilfinger will sich künftig auf Industrie- und Immobiliendienste vor allem in Europa konzentrieren.

Als einen Teil seines Geschäftsumbaus hat Bilfinger gerade sein Wassertechnologiegeschäft an ein chinesisches Unternehmen verkauft und erzielt dabei nach eigenen Angaben einen Nettoerlös von rund 200 Millionen Euro. Der Bereich umfasst zum Beispiel Wasseraufbereitungsanlagen und Abwassersysteme und hat rund 1600 Mitarbeiter. Im Januar hatte Bilfinger auch Übernahmeangebote für einen Großteil der Bau- und Gebäude-Dienstleistungssparte erhalten, die ergebnisoffen geprüft werden sollen.

In der Industriesparte leidet das Geschäft mit Ausrüstungen für die Öl- und Gasindustrie unter Investitionszurückhaltung wegen des geringen Ölpreises. Immobiliendienstleistungen und Hochbau profitierten dagegen besonders von wachsenden Investitionen in Deutschland und Großbritannien.