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Blatter wirft FIFA-Ethikkommission Vorverurteilung vor

Blatter wirft FIFA-Ethikkommission Vorverurteilung vor
Blatter wirft FIFA-Ethikkommission Vorverurteilung vor
Marcus Brandt

Der umstrittene FIFA-Präsident Joseph Blatter hat der Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes vorgeworfen, gegen ihn ein «Schnellverfahren» durchgezogen zu haben.

Seiner Suspendierung durch die Kommission am 8. Oktober noch vor einem Ergebnis staatsanwaltlicher Ermittlungen sei eine «Vorverurteilung», sagte der 79-Jährige in einem Interview des Regional-Fernsehsenders RRO.

Es gebe auch eine Vorverurteilung in den Medien, die ihn schmerze. «Bei der UNO und überall kann man lesen, dass es ein Menschenrecht ist, angehört zu werden», sagt Blatter. Ihm sei dieses Recht bislang verweigert worden. Die Ethikkommission hatte öffentlich keine genauen Gründe für ihre Entscheidung genannt.

Hintergrund ist offenbar eine Zahlung Blatters an den UEFA-Chef Michel Platini in Höhe von zwei Millionen Schweizer Franken aus dem Jahr 2011. Blatter sagte in dem Interview, die Zahlung gehe auf ein «Gentlemen's Agreement» (eine Absprache unter Ehrenleuten) zurück. Dabei sei «alles rechtens» gewesen.

Die Suspendierung durch die von ihm selbst geschaffene Ethikkommission sei für ihn «ein schwerer Schlag, ein Schock» gewesen, räumte er ein. «Aber sie ist auch eine Befreiung.» Er könne jetzt auf sein Leben zurückschauen und sich in Ruhe überlegen, wie er es weiter gestalten wolle. Zugleich schimpfte Blatter: «Dass ich nicht mehr auf den Fußballplatz gehen darf, ist hirnverbrannt.»