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Börsen-Talfahrt in Asien drückt Dax deutlich unter 10 000 Punkte

Die weltweit drastisch eingetrübte Börsenstimmung hat am Montag den Dax noch tiefer in den Abwärtsstrudel gerissen. Erstmals seit Januar rutschte der deutsche Leitindex wieder unter die Marke von 10 000 Punkten und fiel kurzzeitig sogar unter 9600 Punkte.

Am Nachmittag stand das Börsenbarometer mit 3,78 Prozent im Minus bei 9741,89 Punkten, nachdem es in der Vorwoche bereits um rund acht Prozent nach unten gegangen war. Die Jahresgewinne sind damit ausradiert und zu Buche steht ein Minus von 0,7 Prozent, nachdem der Dax im April noch bis auf ein Rekordhoch von 12 390 Punkte geklettert war.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax gab am Montag um 4,12 Prozent auf 18 545,65 Punkte nach und der TecDax mit den besonders konjunktursensiblen Technologiewerten sank um 4,98 Prozent auf 1544,12 Punkte. In keinem dieser drei Indizes der Dax-Familie gab es auch nur eine Aktie mit Kursgewinnen. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es an diesem Tag um 4,12 Prozent nach unten.

Auslöser der Verkaufsschwemme ist unverändert die Sorge um China. Ängste vor einer harten Landung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft und deren Auswirkungen auf die globale Konjunktur gehen um. Zahlreichen Marktexperten erscheint die Panik allerdings übertrieben. Das negative Bild werde nicht von ausreichend Fakten untermauert, schrieb etwa Aktienstratege Mislav Matejka von der US-Bank JPMorgan.

Kapitalmarktstratege Carsten Roemheld von der Fondsgesellschaft Fidelity hält deutsche Aktien inzwischen für «überverkauft», wie er sagt. Der deutsche Aktienmarkt sei in den vergangenen drei Monaten stärker als der europäische Gesamtmarkt von den Sorgen rund um China abgestraft worden.

Unter den Einzelwerten im Dax verbuchte die Aktie von Henkel mit einem Minus von 1,61 Prozent die geringsten Verluste. Die Experten der US-Investmentbank strichen ihre Verkaufsempfehlung für das Papier des Konsumgüterunternehmens. Das Papier des Baustoff-Herstellers HeidelbergCement, ein typischer zyklischer Wert, büßte hingegen 4,61 Prozent ein. Die Bankaktien verloren jeweils etwas mehr als 5 Prozent.

Die rote Laterne hielt der Versorger RWE mit minus 6,50 Prozent. Eigentlich galten Versorger einst als defensiv, doch seit der politischen Energiewende haben sie mit enormen Problemen etwa mit Blick auf ihre Atomkraftwerke zu kämpfen. Nun hatte sich die Commerzbank negativ zur RWE-Aktie geäußert. Die Eon-Aktie brach um 5,50 Prozent ein und fiel erstmals seit der Fusion der beiden Mischkonzerne Veba und Viag zur Eon im Juni 2000 unter 10 Euro.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,42 Prozent am Freitag auf 0,41 Prozent. Der Rentenindex Rex verharrte bei 139,45 Punkten. Der Bund Future sank um 0,01 Prozent auf 155,80 Punkte. Der Kurs des Euro legte kräftig zu: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1497 (Freitag: 1,1281) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8698 (0,8865) Euro.