Briefporto steigt erneut - neue Marken kommen im Dezember

Briefeschreiben wird im nächsten Jahr erneut teurer: Die Deutsche Post will zum 1. Januar die Preise erhöhen.

Das Porto für einen Standardbrief innerhalb Deutschlands solle zum 1. Januar 2015 von 60 auf 62 Cent steigen, teilte der DAX-Konzern am Mittwoch in Bonn mit. Die Post hatte erst Anfang 2014 bei Standardbriefen bis 20 Gramm zwei Cent aufgeschlagen und das Porto auf 60 Cent erhöht.

Betroffen sind vor allem Geschäftskunden, die in großer Zahl Briefe verschicken. Auch die Preise für inhaltsgleiche Massensendungen steigen deutlich um drei auf 39 Cent. Geschäftspost macht 85 bis 90 Prozent des Briefvolumens der Post aus. Insgesamt wurden 2013 knapp 7,5 Milliarden Briefe befördert, deutlich weniger als noch vor zehn Jahren (9,2 Milliarden).

Als Grund führte die Post unter anderem deutlich gestiegene Personalkosten an. Nach dem Tarifabschluss vom Frühjahr 2013 waren die Gehälter zum August 2013 um 3,1 Prozent und zum Oktober dieses Jahres in einem weiteren Schritt um 2,6 Prozent gestiegen. Außerdem investiere das Unternehmen erheblich in seine Logistik, hieß es in der Mitteilung. Auch Sendungen ins Ausland sollen teurer werden.

Die Bundesnetzagentur muss dem Antrag noch zustimmen. Sie hat 14 Tage Zeit für eine Entscheidung über den entsprechenden Post-Antrag. Eine Ablehnung wäre aber ungewöhnlich. Die Portoerhöhungen orientieren sich nach einem von der Netzagentur vorgegebenen Verfahren unter anderem an der Inflationsrate.

Die Deutsche Post steht in der Briefsparte unter Druck, weil sie jedes Jahr weniger befördert: Die klassische Briefzustellung wird immer stärker durch E-Mail und Internet verdrängt. Zum Jahresbeginn 2013 hatten die Bonner das Porto nach zehn Jahren ohne Veränderung um drei auf 58 Cent angehoben.

Mit der neuerlichen Portoerhöhung liege die Post immer noch voll im europäischen Preisdurchschnitt, sagte ein Sprecher. In vielen europäischen Ländern ist das Porto deutlich teurer - in Norwegen, Dänemark und Finnland zum Beispiel zwischen 1 und 1,28 Euro für den Standardbrief. Österreich plant zum 1. März nächsten Jahres eine Portoerhöhung von 62 auf 68 Cent pro Brief.

Die Kunden würden frühzeitig informiert, damit sie vorhandene Briefmarkenbestände aufbrauchen könnten, sagte ein Postsprecher. Außerdem gebe es ausreichend 2-Cent-Ergänzungsmarken. Anfang Dezember erschienen neue Briefmarken mit dem neuen Wert.

Für den internationalen Standardbrief und die Postkarte ins Ausland sollen statt 75 Cent künftig 80 Cent fällig werden, hieß es. Der innerdeutsche Kompaktbrief mit maximal 50 Gramm soll mit 85 Cent dagegen um 5 Cent billiger werden.

Keine Änderungen plant das Management bei Groß- und Maxibrief. Das Porto für die Postkarte bleibt bei 45 Cent, soweit die Karte innerhalb Deutschlands verschickt wird.