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Briten haben abgestimmt – Wählerbefragung: Mehrheit gegen Brexit

Erste Befragung deutet auf Mehrheit gegen Brexit
Erste Befragung deutet auf Mehrheit gegen Brexit
Michael Kappeler

Gerade nochmal gut gegangen? Einer Wähler-Nachbefragung zufolge haben die Briten mit knapper Mehrheit gegen den Brexit gestimmt. Für Erleichterung ist es aber noch zu früh.

Im historischen Referendum der Briten über ihre EU-Mitgliedschaft hat sich einer Wähler-Nachbefragung zufolge ein knapper Sieg der Brexit-Gegner abgezeichnet. 52 Prozent der Wähler, die das Institut Yougov nach ihrer Stimmabgabe befragte, hatten sich für den Verbleib in der Europäischen Union entschieden, 48 Prozent dagegen. Die Befragung, die unmittelbar nach Schließung der Wahllokale am Donnerstag vom Sender Sky News veröffentlicht wurde, entspricht jedoch nicht den Kriterien einer klassischen Wahlprognose und ist deswegen nicht ganz so verlässlich.

Eine ähnliche Befragung hatte beim Schottland-Referendum im Jahr 2014 jedoch richtig gelegen. Die britische Wahlkommission will ein Endergebnis erst am frühen Freitagmorgen bekanntgeben. Belastbare Auszählungsergebnisse könnten allerdings schon während der Nacht zu einem klareren Bild führen.

Der Chef der EU-feindlichen Partei Ukip, Nigel Farage, stimmte seine Anhänger bereits auf eine Niederlage ein. Es sehe aus, als werde das „Remain“-Lager noch knapp gewinnen, sagte er.

"Remain" wäre Erfolg für Premier Cameron

An den Devisenmärkten wurde am Donnerstag mit einem Sieg des Pro-EU-Lagers gerechnet: Das Pfund verzeichnete nach Bekanntgabe der YouGov-Befragung ein deutliches Kurs-Plus. Finanzexperten gehen davon aus, dass das Pfund bei einer Mehrheit für den EU-Austritt dramatisch abstürzen könnte.

Umfragen hatten bis zuletzt ein enges Rennen vorhergesagt, die Wettquoten standen am Donnerstag aber gegen den Brexit. 46,5 Millionen Wähler hatten sich registriert, viele von ihnen waren bis zuletzt unentschlossen. Monatelang hatten die Lager um Stimmen gekämpft. Vergangene Woche hatte der Mord an der EU-freundlichen Abgeordneten Jo Cox das Land schockiert und den Wahlkampf für kurze Zeit zum Erliegen gebracht.

Ein Sieg des EU-freundlichen „Remain“-Lagers wäre ein Erfolg für den konservativen Premierminister David Cameron, der für den Verbleib geworben hatte. Sollten die Wähler sich gegen die EU entscheiden, galt sein Rücktritt als wahrscheinlich - auch wenn er stets beteuert hat, in jedem Fall im Amt bleiben zu wollen. Es wurde erwartet, dass er nach der Verkündung des Wahlergebnisses schnell vor die Presse treten würde.