U-BOOT-STREIT

Britische Außenministerin verteidigt neuen Sicherheitspakt

Australien hatte am Donnerstag bekanntgemacht, sich im Rahmen einer neuen Sicherheitsallianz mit den USA und Großbritannien U-Boote zusammen zu tun. Frankreich übt Kritik. London verteidigt die Entscheidung.
dpa
Liz Truss
Die neue Außenministerin von Großbritannien, Liz Truss, hat den Pakt mit USA und Australien verteidigt. Foto: Alberto Pezzali/AP/dpa Alberto Pezzali
London ·

Nach harscher Kritik aus Frankreich und China hat die neue britische Außenministerin Liz Truss den Sicherheitspakt ihres Landes mit den USA und Australien verteidigt.

„Freiheiten müssen verteidigt werden, daher bauen wir starke Sicherheitsbeziehungen in aller Welt auf”, schrieb die konservative Politikerin am Sonntag im „Telegraph”. Nach U-Booten mit Atomantrieb wolle man in diesem Bündnis auch den Einsatz künstlicher Intelligenz für die Verteidigung ausbauen. Großbritannien zeige damit sein Engagement für Sicherheit und Stabilität in der Indopazifik-Region.

Nach dem Brexit will die britische Regierung auf enge Beziehungen zum asiatischen Raum setzen, auch um unabhängiger von Europa zu werden. Truss, die zuvor als Handelsministerin Post-Brexit-Handelsverträge aushandeln musste, hatte vor wenigen Tagen im Rahmen einer Kabinettsumbildung den Posten ihres Vorgängers Dominic Raab übernommen.

Frankreich sieht Nato-Verhältnis belastet

Durch den Streit um ein geplatztes U-Boot-Geschäft mit Australien sieht Frankreich das Verhältnis innerhalb der Nato belastet. „Man muss auch die Stärke der Allianz mit den Vereinigten Staaten hinterfragen”, sagte Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian am Samstagabend dem Sender France 2.

„In einer richtigen Allianz redet man miteinander und respektiert sich, das war nicht der Fall.” Was geschehen sei, belaste das neue strategische Konzept der Nato. Le Drian sprach von Lügen und einem Vertrauensbruch. „Das geht überhaupt nicht, das heißt, es gibt eine Krise.”

Frankreich hatte am Vorabend bereits auf Wunsch von Präsident Emmanuel Macron seine Botschafter aus den USA und Australien zu Konsultationen zurückgerufen. Australien hatte am Donnerstag bekanntgemacht, sich im Rahmen einer neuen Sicherheitsallianz mit den USA und Großbritannien U-Boote mit Atomantrieb beschaffen zu wollen und von einem 2016 besiegelten Kauf französischer U-Boote Abstand zu nehmen. Die Entscheidung, von der Frankreich, wie Le Drian am Samstagabend sagte, eine Stunde vor der Bekanntgabe erfuhr, bedeutet für Frankreich den Verlust einer 56-Milliarden-Euro-Vereinbarung.

Le Drian rief Europa auf, seine Interessen nach dem Fall Afghanistans an die Taliban und dem U-Boot-Streit gemeinsam besser zu verteidigen, das sei drängend. „Wenn die Europäer nicht merken, dass wenn sie Teil der Geschichte bleiben wollen, sie sich zusammentun und gemeinsam ihre Interessen verteidigen müssen, dann wird ihr Schicksal ein ganz anderes sein und wir können nicht in diese schädliche Richtung gehen.”

© dpa-infocom, dpa:210919-99-274066/2

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