Klaus Müller
Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, sieht bei einer ungleichen Gasversorgung schwere Folgen. Christophe Gateau/dpa
Gas-Krise

Bundesnetzagentur über ungleiche Gasversorgung

Was passiert, wenn Russland die Gaslieferungen nach Deutschland komplett einstellt? Kann im industriellen Bereich reduziert werden? Der Präsident der Bundesnetzagentur sieht weitreichende Folgen.
dpa
Berlin

Eine ungleiche Gasversorgung in Deutschland hätte dem Präsidenten der Bundesnetzagentur zufolge weitreichende Folgen.

„In dem Moment, in dem der Druck im Gasnetz in einer Region unter ein gewisses Mindestmaß fallen würde, würde auf einen Schlag in Hunderttausenden Gasthermen die Sicherung einspringen”, sagte Klaus Müller den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Die müsste händisch von geschulten Fachkräften wieder freigeschaltet werden, wenn wieder Gas in der Region verfügbar wäre.” Ein solches Szenario könne niemand wollen, „weil es sehr lange dauern würde, die Gasversorgung wiederherzustellen. Also wird es immer das Ziel der Bundesnetzagentur sein, notfalls Reduzierungen beim industriellen Verbrauch anzuordnen, damit dieses Szenario nicht eintritt.”

Nach Müllers Angaben sind die Gasflüsse in der Bundesrepublik bislang mehr oder weniger gleichmäßig verteilt. „Das könnte sich ändern, sollten wir nur noch Gas aus Norwegen, den Niederlanden oder Belgien erhalten”, so Müller. Deshalb würden die Speicher schon jetzt so gefüllt, dass auch der Süden ausreichend versorgt werden könne. „Derzeit legen wir zum Beispiel nicht nur einen Fokus auf den größten deutschen Speicher in Rehden in Niedersachsen, sondern auch auf den Speicher in Wolfersberg in Bayern.”

© dpa-infocom, dpa:220703-99-889131/2

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