Donezk
Zwei ukrainische Soldat auf einem Panzer in Donezk. Efrem Lukatsky/AP/dpa
Öffentliche Liste

Bundesregierung hebt Geheimhaltung bei Waffenlieferungen auf

Bislang hat die Bundesregierung nur in einzelnen Ausnahmefällen über die Lieferung von Waffen an die Ukraine öffentlich Auskunft gegeben. Nun wurde eine Liste veröffentlicht.
dpa
Berlin

Knapp vier Monate nach Kriegsbeginn hat die Bundesregierung erstmals alle Waffenlieferungen an die Ukraine offengelegt.

Man passe sich damit der Praxis der engsten Verbündeten – zum Beispiel der USA – an, erklärte Regierungssprecher Steffen Hebestreit den Schritt am Dienstag. Die Liste enthält alle Waffen und anderen Rüstungsgüter, die bereits geliefert wurden oder deren Lieferung geplant ist. Sie ist nun im Internet auf der Seite der Bundesregierung zu finden. Bisher war sie nur für Abgeordnete in der Geheimschutzstelle des Bundestags einsehbar.

Öffentlich bekanntgegeben hatte die Bundesregierung ihre Lieferungen an die ukrainischen Streitkräfte für den Abwehrkampf gegen Russland bisher nur punktuell. Allerdings wurden sie nach Eintreffen im Kriegsgebiet von ukrainischer Seite veröffentlicht.

Dazu aktuell: Panzerhaubitzen aus Deutschland in der Ukraine angekommen

An Waffen geliefert wurden bisher:

  • 3000 "Panzerfaust 3"-Patronen inklusive 900 Griffstücken sowie 50 Bunkerfäuste
  • 100.000 Handgranaten,
  • 14.900 Panzerabwehrminen, 100.000 Meter Sprengschnur und 100.000 Sprengkapseln, 350.000 Zünder   
  • 2700 Fliegerfäuste,
  • 500 Stinger-Flugabwehrraketen,
  • 2.700 Fliegerfäuste Strela,
  • 100 Maschinengewehre MG 3 mit 500 Ersatzrohren und Verschlüssen
  • 16 Millionen Schuss Munition

Hinzu kommt in großem Umfang Ausrüstung wie:

  • 23.000 Gefechtshelme
  • 15 Paletten Bekleidung
  • 178 Kraftfahrzeuge (Lkw, Kleinbusse, Geländewagen)
  • 1200 Krankenhausbetten
  • 1 Feldlazarett (gemeinsames Projekt mit Estland)
  • 18 Paletten Sanitätsmaterial, 60 OP-Leuchten
  • 500 Stück Wundauflagen zur Blutstillung
  • Schutzbekleidung, OP-Masken
  • 100 Zelte
  • 10.000 Schlafsäcke
  • 12 Stromerzeuger
  • 6 Paletten Material für Kampfmittelbeseitigung
  • 125 Doppelfernrohre
  • 600 Schießbrillen
  •  353 Nachtsichtbrillen
  • 1 Radiofrequenzsystem
  • 3.000 Feldfernsprecher mit 5.000 Rollen Feldkabel und Trageausstattung
  •  4 elektronische Drohnenabwehrgeräte
  • 165 Ferngläser
  • Sanitätsmaterial (unter anderem Rucksäcke, Verbandspäckchen)
  • 38 Laserentfernungsmesser
  • Kraftstoff Diesel und Benzin (laufende Lieferung)
  • 10 Tonnen AdBlue
  • 500 Stück Verpflegungsrationen
  • Lebensmittel:
    2.025 Paletten (68 Lkw-Ladungen) mit 360.000 Rationen Einpersonenpackungen (EPa)
  • MiG-29 Ersatzteile
  • 30 sondergeschützte Fahrzeuge

Noch liefern will die Bundesregierung:

  • 10.000 Schuss Artilleriemunition
  • 53.000 Schuss Flakpanzermunition
  • 5,8 Millionen Schuss Handwaffenmunition
  • 7 Panzerhaubitzen 2000 (Artilleriegeschütze) inklusive Anpassung, Ausbildung und Ersatzteile gemeinsame mit den Niederlanden
  • 5000 Gefechtshelme
  • 40 Aufklärungsdrohnen*
  • 10 geschützte Fahrzeuge
  • 4 ferngesteuerte Minenräumgeräte*
  • 65 Kühlschränke für Sanitätsmaterial
  • 54 gepanzerte M113-Truppentransporter mit Bewaffnung (aus Dänemark, Umrüstung durch Deutschland finanziert)
  • 30 Flugabwehrpanzer Gepard inklusive etwa 6000 Schuss Munition*
  • 1 Luftverteidigungssystem Iris-T SLM*
  • 1 Artillerieortungsradar Cobra*
  • 80 Toyota Pick-up-Fahrzeuge*
  • 3 Mehrfachraketenwerfer mit Munition
  •  8 mobile Bodenradare und Wärmebildgeräte*
  • 7 Störsender*
  • 8 elektronische Drohnenabwehrgeräte*
  • 1 Fahrzeugdekontaminationspunkt
  • 100 Auto-Injektoren
  • 14 Drohnenabwehrsensoren und -jammer*
  • 10 Antidrohnenkanonen*
  • 3 Mehrfachraketenwerfer MARS mit Munition
  • 100.000 Erste-Hilfe Kits*
  • 22 Lkw

* Bei diesen geplanten Lieferungen sind teilweise Instandsetzungsmaßnahmen verbunden oder die Produktion dauert noch an, heißt es von der Bundesrierung. Zudem erfolgen teilweise noch Ausbildungsleistungen.

Quelle: Bundesregierung.de (21.06.22 - 16:00 Uhr)

Die Bundesregierung betont, dass aus Sicherheitsgründen bis zur erfolgten Übergabe die Modalitäten und Zeitpunkte der Lieferungen nicht veröffentlicht werden. Russland hatte mehrmals gemeldet, westliche Waffenlieferungen gezielt zerstört zur haben.

© dpa-infocom, dpa:220621-99-742436/2

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