PHILIPP AMTHOR IST THEMA

CDU-Landesvorstand berät über Vorsitzendenwahl

Die Wahl des neuen CDU-Landeschefs in MV sollte längst gelaufen sein. Doch der Wahltermin fiel der Corona-Krise zum Opfer. Jetzt wird es noch einmal spannend. Und den Grund dafür lieferte der Kandidat für das Spitzenamt selbst.
dpa
Philipp Amthor
Vorsitzendenwahl: Philipp Amthor ist bislang einziger Bewerber. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
Güstrow.

Nach tagelanger Debatte um die Nebentätigkeit des CDU-Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor und damit einhergehenden Lobbyismus-Vorwürfen berät der CDU-Landesvorstand über das weitere Vorgehen bei der Wahl eines neuen Landesvorsitzenden.

Amthor ist bislang einziger Bewerber. Bei dem heutigen Treffen (18.00 Uhr) in Güstrow sollte es ursprünglich um einen Wahltermin gehen, da der eigentliche Termin wegen der Corona-Pandemie geplatzt war.

Doch wird angesichts der bundesweiten Diskussion um Amthors Wirken für ein junges US-Unternehmen aus der IT-Branche dem Vernehmen nach auch dessen Kandidatur für das Spitzenamt zur Debatte stehen. Amthor bezeichnete seine Tätigkeit für die Start-up-Firma inzwischen als Fehler und hat die Zusammenarbeit nach eigenen Angaben beendet.

Kommentar: Philipp Amthor braucht keinen Welpenschutz

Amhtor einziger Kandidat

Die Neuwahl eines Landesvorsitzenden ist nötig, weil Vincent Kokert im Januar aus persönlichen Gründen von Partei- und Fraktionsvorsitz zurückgetreten und in die Wirtschaft gewechselt war. Amthor ist nach dem Rückzug von Landesjustizministerin Katy Hoffmeister als Mitbewerberin im Rennen um die Nachfolge bisher ohne Konkurrenz.

Der 27-jährige Jurist aus Ueckermünde sitzt seit 2017 im Bundestag und sorgt dort regelmäßig mit seinen Reden für Aufsehen. Zudem profilierte er sich als junger Vertreter des eher konservativen Parteiflügels und als unterhaltsamer Gast in Talkshows. Die nun gegen ihn erhobenen Vorwürfe kratzten am Image des CDU-Hoffnungsträgers. Dennoch fand Amthor auch jüngst bei regionalen Parteiveranstaltungen Rückhalt und Unterstützung für seine Kandidatur.

In der Landespolitik spielte Amthor bislang kaum eine Rolle. Er ließ offen, ob er bei einer Wahl zum CDU-Landeschef seine Partei zur Landtagswahl im Herbst 2021 auch als Spitzenkandidat anführen und damit als Herausforderer von Regierungschefin Manuela Schwesig (SPD) antreten will.

Auch im Bundestag ist die Causa Amthor am Freitag ein Thema. Das Parlament berät am Nachmittag (16.25 Uhr) auf Antrag der Linksfraktion über „Lobbyismus – Transparenz bei möglicher Einflussnahme von Unternehmen auf Mitglieder der Bundesregierung und des Bundestages herstellen”. Bereits zurückgezogen hat sich Amthor aus dem Untersuchungsausschuss zum islamistischen Anschlag auf dem Breitscheidplatz in Berlin. Die Korruptionswächter der Organisation Transparency International (TI) wollen sich am Freitagnachmittag (15.30 Uhr) ebenfalls in Berlin zu Konsequenzen aus dem „Fall Amthor” äußern.

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