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«Cinema for Peace» zeichnet Ai Weiwei und Til Schweiger aus

Die Initiative «Cinema for Peace» hat den chinesischen Künstler Ai Weiwei als kritischen Filmemacher ausgezeichnet. Zwei Vertreterinnen der russischen Punk-Band Pussy Riot hoben am Montag bei einer Gala am Rande der Berlinale den Mut des 57-jährigen Regimekritikers hervor.

Ai Weiwei rief in einer Videobotschaft dazu auf, die Meinungsfreiheit zu verteidigen. «Ich glaube, wenn wir alle daran arbeiten, unsere Menschenrechte zu verwirklichen, hilft das nicht nur mir, sondern allen.» Der Künstler ist in China verfemt, seit seiner Inhaftierung vor vier Jahren darf er nicht mehr ausreisen.

Einen Ehrenpreis erhielt Til Schweiger für seinen Alzheimer-Film «Honig im Kopf». In der Kategorie Wertvollster Film des Jahres gab es gleich drei Gewinner: das Martin-Luther-King-Porträt «Selma» von Ava DuVernay, den französisch-mauretanischen Spielfilm «Timbuktu» von Abderrahmane Sissako und das US-Kriegsdrama «Unbroken» von Angelina Jolie.

Weder der Superstar noch mehrere andere Preisträger nahmen an der Gala teil. Auch der als Ehrengast angekündigte US-Frauenschwarm James Franco («The Interview») ließ sich zumindest bis kurz vor Schluss nicht blicken. Für weitere Pannen sorgten der vorzeitige Abgang von Natalie Portman, eine unterbrochene Laudatio von Katja Riemann und der betrunkene Auftritt eines Öko-Aktivisten.

Die Initiative «Cinema for Peace» hat sich nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York 2001 gegründet. In Berlin feiert sie traditionell am Rande der Berlinale eine Benefiz-Gala, hat aber mit dem Festival nichts zu tun.