Unsere Themenseiten

Dax erholt sich eine Woche nach Brexit-Schock weiter

Dax erholt sich eine Woche nach Brexit-Schock weiter
Dax erholt sich eine Woche nach Brexit-Schock weiter
Fredrik Von Erichsen

Der Dax hat sich weiter erholt. Der deutsche Leitindex baute seine Tagesgewinne ungeachtet zwischenzeitlicher Schwächephasen aus und stand am frühen Nachmittag 0,87 Prozent höher bei 9764,68 Punkten.

Vom zehnprozentigen Kursrutsch nach dem Brexit-Schock hat er inzwischen die Hälfte wieder gut gemacht. Verantwortlich dafür sind laut Marktexperten Hoffnungen auf geldpolitische Schützenhilfe von den Notenbanken.

Auf Wochensicht liegt der Dax aktuell über 2 Prozent im Plus. Den Monat Juni hatte er am Donnerstag aber mit einem Verlust von fast 6 Prozent beendet, und die Halbjahresbilanz war mit einem Minus von knapp 10 Prozent noch düsterer ausgefallen.

Für den MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen ging es am Freitag um 1,01 Prozent auf 20 043,77 Punkte hoch, während der Technologiewerte-Index TecDax 0,79 Prozent auf 1613,71 Punkte gewann. Im EuroStoxx 50 stand ein Zuwachs von 0,77 Prozent auf 2886,84 Punkte zu Buche.

Ein Medienbericht, wonach die Europäische Zentralbank (EZB) Spekulationen auf eine Lockerung der Regeln für ihre Anleihekäufe entgegengetreten ist, konnte die gute Stimmung nicht trüben. Zudem will die britische Notenbank laut Kreisen mit niedrigeren Eigenkapital-Anforderungen an die Banken auf das britische Votum für einen EU-Ausstieg reagieren. Rückenwind für die Börsen kam zudem von guten Einkaufsmanager-Daten aus der Eurozone und Großbritannien.

Dax-Favorit waren die Vorzugsaktien von Volkswagen, die um 5,26 Prozent anzogen. Offenbar vertraue der Autobauer auf eine rasche und einvernehmliche Lösung für alle Klagen wegen manipulierter Diesel-Abgaswerte, sagte ein Börsianer. Bereits am Dienstag war bei einem Gericht in Kalifornien ein Vorschlag für einen Kompromiss zwischen dem Konzern und US-Klägern eingegangen, der Strafzahlungen von bis zu 14,7 Milliarden Dollar (13,3 Mrd Euro) vorsieht. Der zuständige Richter lobte den großen Einsatz der Streitparteien beim Bemühen, sich ohne Eröffnung eines Prozesses auf einen außergerichtlichen Vergleich zu einigen.

Die Kursschwäche beim Dax-Schlusslicht ProSiebenSat.1 ging auf die ausgeschüttete Dividende von 1,80 Euro je Aktie zurück. Bereinigt um diesen Effekt stand die Aktie des Medienkonzerns im Plus.

Halbleiter-Aktien nahmen schwache Zahlen des US-Konkurrenten Micron Technology unterschiedlich auf. Im deutschen Leitindex gehörten Infineon-Papiere mit minus 0,27 Prozent zu den schwächsten Titeln. Derweil äußerte sich die UBS positiv: Für die Schweizer Großbank bleibt Infineon mit seiner Ausrichtung auf die Autoindustrie ein Schlüsselwert in der Tech-Branche. Im TecDax stiegen Titel von Dialog Semiconductor um 0,47 Prozent.

Am Rentenmarkt ging die Umlaufrendite von minus 0,21 auf minus 0,22 Prozent zurück. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 143,93 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,55 Prozent auf 166,79 Punkte. Der Euro stieg bis zum Nachmittag auf 1,1134 US-Dollar. Damit war die US-Währung 0,8981 Euro wert.